Alle Welt spricht von WeTab und Amazon-Fake-Kommentaren, ist Qype-Fake besser?

Update: Qype hat geantwortet und versprochen, den Vorgang zu prüfen. Siehe Kommentar vom  11.10.2010

Berufsbedingt werfe ich ab und zu einen Blick auf meine Suchlisten zum Thema Forderungsmanagement auf Twitter. Am Donnerstag zeigte mir meine Twitterliste unter dem Suchbegriff  „Inkasso“  erstmalig zwei Bewertungen mit 5! Sternen auf Qype an.

Neugierig, was und wer hier bewertet wurde, auch die Einträge direkt auf Qype gelesen:

Geschaut, was es sonst noch in der Kategorie Inkasso auf Qype gibt. Ein Premium-Eintrag befindet sich  über den beiden Kommentaren, ansonsten schweigen sich die Kunden von Inkasso-Unternehmen bisher eher aus.

Die 5-Sterne-Bewertungen finde ich persönlich super, da perfekt für die gesamte Branche –  aber nach einer – gefühlten –  Millisekunde Freude frage ich mich:

  • Was für ein Zufall, dass zwei Personen ein Unternehmen auf Qype im Abstand von 2 Tagen  kommentieren, jeweils erst einen/drei Tage Qyper sind, 2 bis 8 nichtssagende Alibi-Beiträge schreiben und zufällig gibt es es bereits dazu passende Werbung eines Forderungmanagers? Der Schreibstil beider Einträge wirkt gekünstelt. „Honi soit qui mal y pense„.

Ich glaube nicht, dass die in den Qype-Bewertungen beworbene Firma diese Einträge selbst veranlasst  hat,  gerade eine Woche nach dem Eklat des WeTab Geschäftsführers auf Amazon².

  • Lässt Qype,  wenn sich Rubriken nicht durch echte User füllen, selbst Bewertungen schreiben lässt?

Liebe yindra und AntonBing von Qype – meldet euch bei mir und räumt meine Zweifel aus der Welt – vielleicht ist doch alles nur ein Zufall?

Derweil ich dies schreibe, sehe ich die Infos zur Telekom-Aktion auf Spiegel Online mit den bestellten User-Kommentaren.³ Ich bin gespannt, welche Unternehmen sich mit welchen Aktivitäten noch erwischen lassen.

Nur weil diverse Studien³ vor einiger Zeit herausgefunden haben, dass im Web Empfehlungen von „privaten“ Nutzern oder ggf. „Freunden“ einen immer größeren Einfluss auf die Kaufentscheidung haben, muss man doch nicht diesen Kanal so ungeschickt manipulieren.

Auf der Suche ob es schon Studien zum Thema „Glaubwürdigkeit der  Userbewertungen auf großen Bewertungsportalen“ gibt, habe ich eben diesen Blogbeitrag gefunden, der im letzten Absatz schreibt

„Momentan scheint die Bewertungskultur sich ungebremst weiter zu entwickeln. Ich frage mich jedoch , ob bei all dieser Bewerterei und Weiterverbreiterei nicht irgendwann die von den Anbietern gewünschte Glaubwürdigkeit leidet, weil immer mehr User diesen Mechanismen überdrüssig werden und mit Ablehnung auf Bewertungen und Empfehlungen von Online-Freunden reagieren? “
(Quelle: http://www.fuellhaas.com/2010/09/13/social-media-trends-3-like-it-oder-die-bewertungs-kultur/)

Besser kann ich es nicht ausdrücken.

__

¹Wetab-Chef-nimmt-nach-gefaelschten-Rezensionen-bei-Amazon-den-Hut-Update/

²Telekom ließ Nutzerbewertungen fingieren – Spiegel Online

³Kaufentscheidung

2008: Business Wissen  Informationsquellen im Web 2.0 dominieren Kaufentscheidung/

2010: Internetworld E-Commerce/Zahlen-Studien/Das-Internet als-Kauf und Informationsmedium

Der Trick mit dem Facebook Dislike-Button

Täglich auf der Suche nach Gründen, warum ich mich noch immer nicht auf Facebook anmelde, kommt mir dieser Artikel gerade recht.

Die Facebook-Falle mit dem Dislike-Button

gefunden auf heise.de

Da ich meine Meinung zu irgendwas noch nicht mal über den „Gefällt mir“-Button loswerden kann, bleibt mir auch das zweifelhafte Vergnügen erspart, „Opfer“ von gefakten „Dislike-Buttons“ zu werden.

Der „Dislike-Button“ ist ein Feature, das die Facebook-Macher den Nutzern des sozialen Netzwerks trotz starker Nachfrage hartnäckig vorenthalten.

Das ein „Gefällt mir nicht“-Button allerdings so stark nachgefragt wird, stimmt mich nachdenklich. Gibt es hierüber Erhebungen, in welchen Facebook-Ländern der Ruf nach „Dislike“ am lautesten ist? Könnten sich interessante Einblicke in die Grundstimmung einer Nation ergeben.

Die Crux mit dem „Gefällt mir“-Button

Mein erstes Frust-Erlebnis mit dem „Gefällt mir“-Button habe ich unbeschadet überwunden. Aber was bedeutet dieses Symbol der Sympathie-Bekundung wirklich? Was genau sage ich meinen Freunden, wenn ich auf  „Gefällt mir“ klicke?

Fall I

Mir gefällt ein Beitrag so unglaublich gut, weil er toll geschrieben ist und ein interessantes Thema behandelt = „Gefällt mir“

Fall II

Mir gefällt das Thema eines Beitrages, ist aber nicht so toll geschrieben – ok -Meisterschreiber muss man nicht sein, um interessante Themen an die Öffentlichkeit zu bringen, also klicke ich auch. Wissen dann meine Freunde, was ich so toll finde?

Fall III

Ich sehe die Headline  „Kettensägenmassaker im Schanzenviertel“. — Und nun? Wenn ich jetzt auf „Gefällt  mir“ klicke – habe ich dann

a) den Bundesverfassungsschutz vor der Tür?

b) „getargete“ Werbung in meinem Browser, die mir freundlich den Besuch eines Psychologen anpreist?

c) oder – das wäre mir die liebste Variante – ein Sonderangebot für den nächsten Shooter im E-Mail-Postfach?

P.S. Der unaufmerksame Leser mag sich fragen, warum hier unter diesem Artikel die Socialbookmarking-Buttons hängen. Da steht nirgends „Gefällt mir“ ;)

P.P.S. Ich habe schon gemerkt, dass es früher Fan hieß – aber die Änderung zu Gefällt mir wird auch unter Facebook-Fans – oder heißt es jetzt „Gefaller“? –  kontrovers diskutiert,
z. B. hier:
webmarketingblog.at/2010/04/19/facebook-fanseite-gefaellt-mir-statt-fan-werden/

P.P.P.S. Aber dieser Anwender hat wirklich Frusterlebnisse mit dem „Gefällt mir“. Da sind meine Probleme Peanuts gegen.