Mein Weg vom Web 0.0 bis 2.0 als Digital Immigrant – vorbei an Facebook

Liebe Besucher, die Statistik dieses Blogs hat mir verraten, dass ich mehr als einen Leser habe. Ich frage mich regelmäßig, was euch interessieren könnte, wenn ihr hier gelandet seid.

Der folgende Beitrag ist für alle gedacht, die  mich nicht real, sondern nur virtuell kennen. Er erklärt die Entstehung dieses Blogs, des Themas und des Untertitels.

Das Thema scheint auf den ersten Blick zu  suggerieren- ich sei eine „Facebookhasserin“ oder „Datenschutzhysterikerin“, dem ist aber nicht so.

Ich könnte heute  darüber  schreiben, dass ich zu einer „Facebookhasserin“ werden könnte,  wenn ich weiterhin trotz rasanter DSL-Leitung ebenso so lange auf den Aufbau einer Website warten muss wie 1998.  Und nicht mein Provider hat Schuld, sondern die „Nicht“-Responsezeiten diverser Ad-Server und am besten finde ich den Hinweis in der Statuszeile des Browsers:

Warten auf face-connect!

Und das, obwohl ich mich sicher nicht  mit Facebook connecten möchte ! Nein, darüber schreibe ich heute nicht. Habe aber die  Hoffnung, dass mir jemand den Trick verrät, mit welchem Plugin (für FF, Chrome; IE, Opera)  ich diese Verbindungssuche blocken kann ;)

Und nein, ich schreibe heute auch nicht darüber, dass ich einen Reminder von Facebook erhalten habe, wieder mit dem Betreff „Gratis Gewinnspiele“, dass ich mich doch dringend registrieren sollte. Ich wärme ungern alte Aufreger auf.

Die wahre Geschichte

Heute gibt es einen kleinen Einblick in die relativ* wahre Hintergrundgeschichte, die mich zu diesem Blog führte. In meiner letzten Vorlesung zum Thema Social Media  begann der Referent (Sebastin Küpers)  mit einer netten Zeitschiene der Historie des Social Web, die er mit 1999 datierte – meine Web-Historie beginnt fast zeitgleich in 1998.

*relativ deshalb, da ich nicht mehr so ganz genau weiß, was zu welchem Zeitpunkt genau passierte.

1998 – mein erster eigener privater PC

PCs in der Leistungsklasse, die ich gern hätte, werden gerade (für mich) bezahlbar. Dank eines guten Freundes kann ich mir die Wunsch-Komponenten aussuchen, er bastelt was zusammen und lässt mich mit dem guten Stück allein.  Habe  mit Windows 95 begonnen und wechselte schnell zu Windows 98. Der erste selbständige Grafikkartentausch war ein spannendes Abenteuer.

Modem: 14.4 oder 28.8 – Der 98-PC funktioniert übrigens immer noch und dient meiner 80jährigen MA als Schreibmaschine für E-Mails und als Spieleplattform.

1999 – Dualhead-Grafikkarten begeistern mich

Zwischenzeitlich hat  Matrox die erste Grafikkarte für den Dualbetrieb unter Windows auf den Markt gebracht, was  mich begeisterte, nachdem ich das in einem Gravis-Shop gesehen hatte, wie groß auf einmal die Arbeitsfläche sein kann. Zwischenzeitlich hatte ich noch zwei weitere PCs zu einem Netzwerk verbunden, damit – wenn meine Freundinnen zu Besuch waren, wir Netzwerkspiele machen konnten. Zwischenzeitlich brauchte ich den Freund nicht mehr, um Grafik- oder Netzwerkkarten ein- oder auszubauen.

Modem: war wohl schon bei 56er angelangt – die Kosten für die Internetverbindungen stiegen mangels Flatrate ins unermessliche, denn ich entdeckte den Spaß daran, alles was neu an Messenger-, Chat- oder Communities online ging, auszuprobieren.

Ihr lieben Digital Natives  da draußen, eine Video-Konferenz mit drei Personen über eine Modem-Verbindung zu starten, war damals ein langwierigens, kostspieliges und oft nicht funktionierendes Abenteuer.

2000

iMac in Mint - Nach zwei Monate habe ich ihn wieder verkauft
iMac: So schaute das gute Stück 2000 aus.

Als es die ersten Flatrate-Angebot von der Telekom gab, war ich begeistert und um rund 200 Euro monatlich reicher. Windows-PC hatte ich drei, zwischendurch einen iMAC der ersten Generation ausprobiert, aber da der Kleine häufiger abstürzte, als die Windows-Kollegen insgesamt – habe ich den Ausflug in die Apple-Welt nach ein oder zwei Monaten abgebrochen. (Ja, vielleicht ist dass die die Ursache, dass ich danach wieder kein Apple-Produkt ausprobiert und auch kein iPhone mein eigen nenne, dieses Erlebnis hat  mich damals geprägt).

LLuna

Die erste Community, in der ich mich richtig lange tummelte war Lluna. Das besondere an dieser Plattform war:

Man konnte ein Bewegtbild von der Webcam als Avatar einbinden. Das führte regelmäßig dazu, dass die Verbindungen zusammenbrachen, aber es war neu und man konnte gemeinsam mit den anderen Usern auf der Plattform andere Websites absurfen und sich darüber austauschen.

Total lustig und Lluna war seinerzeit nicht ein Chat, in dem die erste Frage nicht jugendfrei und die zweite es schon gar  nicht war. Wir tauschten uns einfach nur darüber aus, wie man denn die verflixte Kamera zum Laufen bringt und honorierten besonders gelungene Cam-Einblendungen mit virtuellem Applaus.

Auf der Suche nach Belegen für LLuna bin ich sogar noch fündig geworden: auf dooyoo.de sind die damaligen Bewertungen nachzulesen: Testberichte zu Lluna.de

2000 – Windows 2000 – Internet-Flatrate von der Telekom

MSN Communities – später MSN Groups

Damals meldete ich mich bei fast allem an, was ein Registrierungsformular sein eigen nannte, so auch über den MSN in den seinerzeitigen Communities resp. später  Groups.

Dort konnten die User – man lese und staune, Bildergalerien anlegen und diese für Freunde freigeben. Es gab Foren zu Spezial-Themen – von Windows-Hilfe bis zu Häkel-Kreisen – die von Usern für Usern gemacht wurden. Es gab die Möglichkeit, seine Community zu gestalten, also Seiten mit oder ohne HTML-Kenntnisse online zu erstellen und zu verwalten –   (oops, war das nicht schon User Generated Content?) man konnte Freunde in die Gruppe einladen, anderen Gruppen beitreten und sich Nachrichten zukommen lassen.

Damals mit dem Helfer-Syndrom behaftet, führte ich ein oder drei Communities zu unterschiedlichen Themen und half den Besuchern bei den täglichen Problemen des Computer-Lebens;  Modems oder Netzwerkverbindung einrichten waren die größten Probleme seinerzeit. Nebenbei füllte ich den Nachrichtenbereich mit aktuellen News aus der Software-  und Onlinebranche. Als ich vom MSN Community-Team  gefragt wurde, ob ich auch unterstützend für die offizielle Hilfe-Community auf MSN aktiv sein wolle, sagte ich jubelnd „Ja“. Auf aufgebrachte User im Forum  beruhigend einzuschreiben,  entwickelte sich zu einer meiner Kernkompetenzen.

Wir befinden uns im  Jahr 2001 – Virtuelle Welten entstehen und gehen wieder unter

3D-Chats

Derweil ich also erste Erfahrungen im Community-Management sammelte,  testete ich für mich und mit Freunden gemeinsam, weiter innovative Chat- oder Community-Plattformen.

Zu diesem Zeitpunkt begann es schon schwierig zu werden, die unterschiedlichen Kontakte der unterschiedlichen Plattformen unter einen Hut zu bringen. Neben ICQ, MSN Messenger, Yahoo! Messenger und all den anderen kleinen Anbietern wäre Trillian als Aggregator eigentlich eine schöne Lösung gewesen, aber aus irgendwelchen Gründen hat mich das Programm nie wirklich begeistern können. Anyway – mit den 350 Messengerkontakten, war es eh schlauer, wenn man sich als offline anmeldete, damit man überhaupt zu etwas Produktivem am heimischen PC kommt.

Aber zurück zu den innovativen Plattformen.

Warum wohl habe ich mich gewundert, dass um Second Life in  Deutschland im Jahr 2006 so ein Wirbel veranstaltet wurde? Liegt vermutlich daran, dass ich bereits 2000/2001 als lustiger Avatar durch 3-D-Welten lief, mir Wohnungen einrichtete, Besucher empfangen konnte (mein 2. virtueller Besucher von dort  sitzt jetzt sogar seitdem auf einem realen Sofa in unserem gemeinsamen  Wohnzimmer), in anderen 3-D-Welten konnte man ganze Universen erobern in der Cyberworld sogar heiraten.

eigener Screenshot: Cybertown Cafe in 2001

2001 – 2003

Parallel konnte ich mein Hobby zu meiner Arbeit machen. Ein interner Wechsel in der Firma ließ mich fortan das Intranet konzipieren und betreuen.

Meine Begeisterung für das Internet war weiterhin ungebrochen, obschon die ersten Zeichen mich aufmerken ließen, dass nicht alles so nett und unkommerziell weitergehen kann. Vermehrt wollten Leute Geld im Internet verdienen, andere schalteten dusselige Banner auf ihren Community-Seiten und die Affiliate-Programme schossen wie Pilze aus dem Hyper-Boden.

Nachdem mir die Chatter-Welten unsympathischer wurden, da nicht mehr der technische Austausch sondern die Partnersuche in den Fokus traten, habe ich die Chat-Geschichten nicht mehr intensiv weiterverfolgt.

Habe mich auch aus den Communities zurückgezogen, um mich mehr um meine zahlreichen, unkommerziellen und damit völlig überflüssigen Websites gekümmert. Das CMS der Firma Data Becker – Web-to-Date 1.0 – hat mich seinerzeit begeistert, da es für ganz kleines Geld sehr viele Funktionen hatte, die bei anderen großen CMS nicht „out-of-the-Box“ vorhanden waren.

Und wieder schlug das Helfersyndrom zu: Als mich jemand fragte, ob ich eine Hilfe-Community für eben diese Software  mit aufbauen möchte, habe ich „Ja“ gesagt. Die Moderation dort war angenehm. Dank eines hervorragenden Community-Managers wurde dieses Forum sehr erfolgreich und sogar von Data Becker als Anlaufstelle für kostenlosen Support angegeben. Aus Zeitgründen musste ich dort leider nach zwei Jahren sämtliche Aktivitäten niederlegen.

Die Software gibt es zwischenzeitlich in Version 7.0 – ich bin bei 6.0 hängengeblieben, da mich WordPress mehr begeistert.

Kleine Aktivitätenpause online

Genug von Chats, Websites, Foren habe ich das Internet eine zeitlang nur als Spielekonsole und unersetzbaren Begleiter gesehen. Ich wusste seinerzeit schon nicht mehr,  wie ich zehn Jahre zuvor jemals eine Rechnung bezahlt habe. Beruflich habe ich zwischenzeitlich für meine Kollegen, die bis dato kein Internet zur Verfügung hatten, Internet-Einsteiger-Schulungen gehalten.

Habe verfolgt, wie die damaligen Suchportale nach und nach in Google oder verdrängt wurden. Ich erinnere mich kurioserweise noch genau daran, wie ich das erste Mal den Link über ein Messenger-Programm erhalten habe mit den Worten: Schau mal, das ist doch mal eine coole Suche.

Del.icio.us –  Social Bookmarking  -das Orginal

Delicious is social bookmarkingDem geschuldet, dass ich eine umfangreiche Favoritensammlung daheim und in der Firma hatte, war ich natürlich begeistert, von del.icio.us zu erfahren. Für  mich ist und war es damals nur eine Lösung, von überall Zugriff auf  die eigenen  Favoriten zu haben. Ist natürlich eigentlich völliger Nonsens, da ich dort in den seltensten Fällen etwas nachschlage, aber durch die Social Media-Thematik ist aus einer schnöden Linksammlung ein Social Media Tool geworden. Tag-Wolken gabs dort übrigens auch damals schon.

Ende 2003 – die ersten Blogaktivitäten

Zwischendurch habe ich neben den statischen Websites noch das Bloggen ausprobiert. Meine erste eigene WordPress-Installation hat mich Nächte der Verzweiflung gekostet. Ich wusste zwar, was ein FTP-Server ist,  aber was das so mit MySQL auf sich hat, war mir nicht so sicher. Aber dank der Online-Manuals hat auch das geklappt.

Nachdem der Blog stand, konnte ich mich stundenlang  mit den verschiedenen Templates befassen – der Designwechsel war damals noch etwas komplizierter, der Spaßfaktor  nicht so hoch wie heute. Meine ersten Blogbeiträge datieren vermutlich von September 2003. Dieser Blog hat diverse Umzüge und Umbenennungen überlebt und hängt jetzt auf einer 1&1-Wordpress-Standard-Installation fest.

2004 – Facebook erwacht

Facebook erblickt das Licht der Welt. Nachdem ich nicht auf SchülerVZ (zu alt) StudiVZ (nicht studiert) – MySpace (interessiere mich nicht für Musik) angemeldet war, lese ich ab und zu etwas über Facebook und frage mich; anmelden, nicht anmelden, anmelden, nicht anmelden.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mich nicht irgendwann mit irgend einem Alias angemeldet habe, und einfach nur die Zugangsdaten verdaddelt habe.

Ein Schnelldurchlauf von Facebook von 2004 bis Oktober 2010 ist auf der Wirtschaftswochen zu finden: Der Aufstieg von Facebook

2005 Beitritt openBC – jetzt Xing

openBC jetzt Xing
Logo-Quelle: Wikipedia.org

Da ich grundsätzlich den neuen Medien nicht abgeneigt bin, probierte ich openBC (jetzt Xing)  aus. Meldete mich an, suchte nach Schulkameraden deren Namen mir noch  einfielen und wurde tatsächlich bei dem einen oder anderen fündig. Habe den Account ansonsten einfach Account sein lassen.

Erst einige Jahre später – also jetzt, finde ich es grandios und aucht  etwas unheimlich, dass man irgendwie mit jedem über irgendwelche Wege verbunden ist.

2006 bis 2008

Das Internet beginnt  mich punktuell  zu nerven. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen, da ich einfach Webspace verbrauche, ohne Geld damit zu verdienen. Sinnloser Zeitvertreib, Ressourcenverschwendung. Wenn man in Foren reinschaut, die sich mit Website-Themen befassen, folgt irgendwann die Frage, wie optimiere ich für Google, wie werde ich ein erfolreicher Affiliate, wie schaffe ich es möglichst viele Besucher auf meiner Seite zu haben. Mein Helfersyndrom zeigt Ermüdungserscheinungen.

Ich mache eine „neue-Techniken-sind-mir-schnurzegal-“ und „lasst mich doch einfach in Ruhe Sims3-Spielen-Phase“ durch.

Vom engeren Freundeskreis werde ich zwischenzeitlich als altmodisch bezeichnet, wenn ich zaghaft anrege, dass man durchaus im Restaurant versuchen kann, sich zu unterhalten, anstatt auf das Mobiltelefon zu starren oder zu tippen. Der Hinweis, dass man auf eine SMS nicht sofort antworten müsse, wird mit einem entsetzten Blick quittiert. Auch hier muss ich kurz einmal wieder zurück in die Geschichte. Denn als ich …

… 1995 mein erstes Mobiltelefon mein eigen nannte, wurde ich verständnislos angeschaut;  wozu zum Teufel man denn so etwas brauche. Auch dass ich die nächsten 5 Jahre jeweils das von Connect als „bestes Handy der Welt gekürte Telefon“ sofort haben musste, wurde  nicht verstanden. Die gleichen Leute verstehen jetzt nicht, dass ich das Mobiltelefon auch einfach auf lautlos stellen kann.

2007 – iPhone

Immer auf der Suche nach dem ultimativen Mobiltelefon sehe ich die ersten Ankündigungen für das iPhone. Das muss ich haben, denk ich, hört sich großartig an. Dann  kommt es raus – und ich kaufe es nicht. Nicht wegen des schlechten Erstkontakts mit dem iMac, nicht weil es ungefähr wieder die Größe meines Briketts von 1995 hat, nein, es ist der Vertragsbindung mit der Telekom, die ich seit 2001 konsequent verweigere und als Nebenerscheinung hat das Teil noch nicht mal ein normales Radio.

2008 – Twitter

Jetzt geht es Schlag auf Schlag – nachdem ich es in jungen Jahren versäumt habe, zu studieren, möchte ich noch mal die Schulbank drücken. Über die „dda Deutsche Dialog Akademie“ absolviere ich den Studiengang Fachwirtin Online Marketing.

Dort lerne ich zahlreiche Digital Natives kennen, die perfekt einhändig simsend über die Straße laufend SMS schreiben können und sich lustig darüber unterhalten, wie cool dieses oder jenes YouTube-Video ist. Ein Kommilitone hat mich begeistert. War firm mit allen Maßnahmen im viralen Marketing, aktiv bei der Planung von Guerrilla-Marketing-Aktionen dabei und ohne großes Gewese auf Twitter aktiv.

Twitter? Microblogging? Der Dienst, bei dem ich mich zwar anmeldete, ich habe befand, ok – Dalila – man muss auch akzeptieren können, dass es Dinge gibt, die man ab einem gewissen Alter nicht mehr machen muss.

Im Zuge des Studiums und der folgenden Projektarbeit habe ich etwas mehr über Twitter erfahren. Die Zugangsdaten von damals wiedergefunden – und geschaut, ob es Bekannte gibt. Einen Freund dort würde ich sicher finden, da war ich mir sicher. Als ich dort in seinen Followern stöberte, entdeckte ich – meinen Partner (vom realen Sofa) – der ansonsten jeglichen Social Media Trends so abgeneigt ist, dass uns schon fast die Gesprächsthemen ausgehen. Zur Rede gestellt, was machst du dort? „Ich guck‘ nur nach Infos was die und die Firma so treibt – „… Das war das erste Schlüsselerlebnis: Information, in Echtzeit, direkt und ohne Streuverlust.

Das zweite Schlüsselerlebnis, das mich zum Twitter-Sympathisanten machte:

Irgendwann morgens, sitze verträumt vor der Timeline, erscheint eine Meldung von einem Earthquake in sonstwo. Ich schaue in den bekannte Onlinemedien und Newsmagazinen /Tagesschau, ZDF, Google News, CNN, N24/ ob das eine echte Meldung ist. Es häufen sich die Meldungen auf Twitter, in den Nachrichten nichts – dort erscheinen die Meldungen mit ziemlicher Verzögerung – das hat mich fasziniert.

2009 – Konzentration auf Online-Zahlungssysteme

Abschluss zur Fachwirtin Online Marketing mit der Abgabe der  Diplomarbeit „E-Payment-Systeme: Entscheidungsgrundlagen für Händler im E-Commerce für die Auswahl von Online-Zahlungssystemen.“ Interessante Leute kennengelernt und ein Diplom in der Tasche.

2010 – Begeisterung für alles im Web- außer Facebook – ist wieder da ;)

Noch immer nicht auf Facebook, obschon es die halbe Kollegenschaft ist, der Bekannten- und Freundeskreis sowieso. Zumindest diejenigen, die überhaupt online in irgendeiner Form aktiv sind. Online-Junkie M. aus Z.  meint, ich müsse mich auf Facebook registriere, er brauche unbedingt mehr Freunde. Meine Erklärungen (siehe oben) werden vom Tisch gewischt, alles Quatsch – und überhaupt – irgendwann müsste ich mich anmelden, da führe kein Weg drumrum.

Mein lieber Freund M. aus Z.  kennt mich zwar gut, aber konnte nicht ahnen, dass ich extrem widerspenstig auf „man muss irgendwas“ reagiere. Die „Wette“ gilt. Um es Social Media gerecht zu präsentieren, startete ich diese Blog  – und um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, habe ich mich für den Studiengang Social Media bei der DDA angemeldet.

Mehrere Identitäten auf Twitter

Auf Twitter bin ich mit zwei Konten aktiv – nicht um zu verwirren oder zu verschleiern, sondern um die Follower etwas zu „entwirren“.

Ein Stadtteil-Account @hamburgschanze – passend zum  Blog blog.hamburg-schanze.de

Der Social-Media-Account @GrafDal,  den ich ursprünglich angelegt hatte, um Kollegen zu demonstrieren, was Twitter ist und ihnen hierüber Infos zukommen lassen konnte, um bei dem Aufbau der Social Media Strategie zu unterstützen. 

Diverse Twitter-Gurus bezeichnen das Nutzen mehrerer Accounts als unprofessionell – ich möchte meinen Social Media-Folgern aber die Stadtteil-Infos nicht zumuten und andersrum den Schanzenviertel-Folgern nicht mit den Social Media Infos den Tag verderben.

Was ist deine/ihre Meinung zum Thema mehrere Twitter-Accounts? Gern über die Kommentarfunktion mitteilen!

2011 – Social Media im neuen Gewand

Dieses Jahr habe ich damit begonnen, mich  intensiver mit der Geschichte des Internets, dem Web und den Auswirkungen auf die Gesellschaft zu beschäftigen. Lese gerade das nicht neue, aber trotzdem interessante Buch von Tim Berners-Lee „Der Web-Report„, und fand einige Ansätze in Nicholas Carrs Buch „Wer bin ich, wenn ich  online bin – und was macht mein Gehirn solange“ interessant.

Und – ich bin auf der Suche nach einem spannenden Thema für die Diplomarbeit zum Thema Social Media. Vorschläge über die Kommentarfunktion sind willkommen. Wenn ich ein Thema übernehme, verschenke ich die beiden oben genannten Bücher an den Ideenspender.

Update 09.07.2011: Die Arbeit ist geschrieben – das Thema das ich mir ausgesucht habe: „Lösungsansätze zur Reduzierung der E-Mail-Kommunikation in Unternehmen durch Social Software“. Bin gespannt, was es für eine Note wird.

Zusammengefasst:

Ich bin nicht auf Facebook, weil ich noch keinen Grund dafür gefunden habe.

  • Ich bin bekennender Online-Junkie
  • Ich kann das Smartphone abstellen
  • Ich telefoniere nicht im Restaurant
  • Ich habe keine speziellen Datenschutzbedenken bei Facebook
  • Ich weiß was ich dort verpasse, denn ich höre täglich
    • „hab gar keine Lust mehr auf Facebook, zu anstrengend“,
    • „meine Pinnwand ist zu voll“,
    • „hab gerade meinen Arbeitgeber disliked“ ….
  • Ich bin kein Social Media-Verweigerer
  • Ich habe kein iPhone – aber nur weil es einige Funktionen nicht hat, die ich gern hätte und den Satz „App für iPhone und iPad“ finde ich schon fast diskrimierend
  • Ich muss nicht auf „Gefällt mir“ klicken
  • Ich bin genervt, wenn ich auf „face-connect“ warten muss
  • Ich frage mich, ob ein Digital Native weiß, dass es ein Online-Leben neben Facebook, Google und YouTube gibt
  • und nein – ohne Computer ist man früher nicht ins Internet gekommen.
  • Ich freue mich auf den Service, der nach Facebook kommt, damit ich endlich mal was wirklich Neues ausprobieren kann ;)

Jetzt seid ihr dran: Wie sind eure Erstkontakte gewesen? Könnt ihr euch noch an die Zeiten vor Google erinnern?

Wenn ihr bis hierin komplett gelesen habt, habt ihr rund 3000 Wörter am Stück gelesen – Respekt. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht.

Was Nicolas Carr-These widerspricht, dass der moderne Mensch keine langen Texte mehr am Bildschirm lesen will oder kann ;)

Update 09.07.2011: Seit Donnerstag, 05.30 am bin ich auf Google+ und bin (noch) begeistert. Aber diese Geschichte erzähle ich erst später …

Social Media Blog – geht ohne Video ja gar nicht

Interaktion,  „user generated content“ und Videos – das sind einige der Buzz-Words, die man in der 1. Lehrstunde Social Media resp. Web 2.0 an den Kopf geworfen bekommt.

Interagieren könntet ihr hier über die Kommentarfunktion,  den Content habe ich generiert und heute kommt ein kleines Lehrstück über Verhalten in solzialen Netzwerken im Videoformat. Klasse finde ich die Einleitung mit dem Hinweis, dass man bei der Wahl des Alias‘ berücksichtigen sollte, dass auch zukünftige Chefs sich durchaus auf und in sozialen Netzwerken tummeln. Dreht eure Lautsprecher auf und lauscht den „Goldenen Regeln auf Facebook“. 

Spread the Word – die Tools dazu

Wir sind „social“. Wir schreiben nicht für uns selbst – sondern möchten  eine  große Leserschaft für unsere Inhalte begeistern.

Ist man in mehreren Netzwerken aktiv, mutiert das manuelle Füttern der gefräßigen Statuskanäle zur ABM-Maßnahme:

  • Bei Xing einloggen, den Statusbericht anpassen.
  • Auf LinkedIn einloggen, die Netzwerk-Aktivitäten aktualisieren.
  • Twittern über alle Accounts.
  • Eventuell via Youtube und/oder Flickr entsprechende Medien hinzufügen.
  • Den Bookmarkdienst seines Vertrauens füttern – und oops – hätte ich fast vergessen,
  • seine Freunde bei Facebook informieren.
  • und so weiter …

Da findige Entwickler das zum Glück niemandem zumuten, kann man sich als „Informer“ heutzutage diese Arbeit erleichtern.

Technik die begeistert, macht es möglich. Die meisten* Netzwerke und Communities bieten Schnittstellen zu anderen Netzwerken.

Die folgenden einfachen und kostenlosen Lösungen verwende ich selbst. Für Profis, Unternehmen und Social Media Experten stehen unzählige Open Source oder kommerzielle Tools zur Verfügung, aber das wissen diese Zielgruppen selbst am besten.

Schmalspur- und Ganzeinfach-Lösungen:

Blog → Hootsuite →Twitter

Stelle ich hier einen Artikel online, veröffentlicht Hootsuite** via RSS-Feed einen Hinweis über meinen verbundenen Twitter Account GrafDal.

Hootsuite Settings RSS
Hootsuite Settings RSS

Blog → Twitter → LinkedIn

In LinkedIn ist ebenfalls der Twitter-Account verknüpft. Die dortigen Tweets erscheinen in dort als Netzwerk-Aktivität. Über „Anwendungen“ können eigene Blogs ebenfalls integriert werden.

LinkedIn Netzwerkaktivitäten Twitter
Screen Netzwerkaktivitäten Twitter via LinkedIn

LinkedIn WordPress Anwendung
LinkedIn WordPress Anwendung

Zum Beispiel mit BlogLink von SixApart,  WordPress von WordPress. Die Blog-Einträge werden jeweils mit dem LinkedIn-Profil synchronisiert und das eigene Netzwerk so über alle Aktivitäten informiert.

Blog → Twitter

Über diverse WordPress Plugins kann  man auch direkt – ohne den Umweg über Hootsuite – twittern. Da ich bei einigen Bloggern bemerkt habe, dass sie – bewusst oder unbewusst – alle möglichen  Kanäle aktiviert haben, wird man ab und zu von Mehrfach-Tweets überschwemmt. Drum prüfe, wer die unterschiedlichen Kanäle miteinander verbindet.

Nischenprodukt

… write furthere

furthere.com
furthere.com

Vor einiger Zeit  habe ich einen Dienst namens furthere getestet. Über diesen Dienst kann man seinen eigenen – auf Twitter zum Teil recht kurzlebigen Tweets – eine digitale Ruhestätte einrichten. Aus den Tweets eines oder mehreren Twitter-Accounts wird ein Blog kreiert. Die Einträge können nachträglich editiert und um weiteren Text ergänzt werden.

Das alles funktioniert automatisch.  Heißt – man meldet sich einmal mit seinem Twitter-Account an – schraubt an den Einstellungen – und braucht sich um nichts mehr zu kümmern.

So schauts für die  Kombi hamburgschanze und GrafDal aus: http://hamburgschanze.furthere.com/

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*Auf Xing gibt es keine entsprechenden Anwendungen. Die Widgets dort beschränken sich auf Xing-Funktionen, die man in einen Blog oder eine Website einbinden kann. Hierfür muss das Xing-Profil auf öffentlich eingestellt sein. Daher verzichte ich auf Tests der Einbindung hier ;)

**Hootsuite ist so ein grandioses Tool. Das wird in einem der nächsten Artikel separat behandelt.