Mein Weg vom Web 0.0 bis 2.0 als Digital Immigrant – vorbei an Facebook

Liebe Besucher, die Statistik dieses Blogs hat mir verraten, dass ich mehr als einen Leser habe. Ich frage mich regelmäßig, was euch interessieren könnte, wenn ihr hier gelandet seid.

Der folgende Beitrag ist für alle gedacht, die  mich nicht real, sondern nur virtuell kennen. Er erklärt die Entstehung dieses Blogs, des Themas und des Untertitels.

Das Thema scheint auf den ersten Blick zu  suggerieren- ich sei eine „Facebookhasserin“ oder „Datenschutzhysterikerin“, dem ist aber nicht so.

Ich könnte heute  darüber  schreiben, dass ich zu einer „Facebookhasserin“ werden könnte,  wenn ich weiterhin trotz rasanter DSL-Leitung ebenso so lange auf den Aufbau einer Website warten muss wie 1998.  Und nicht mein Provider hat Schuld, sondern die „Nicht“-Responsezeiten diverser Ad-Server und am besten finde ich den Hinweis in der Statuszeile des Browsers:

Warten auf face-connect!

Und das, obwohl ich mich sicher nicht  mit Facebook connecten möchte ! Nein, darüber schreibe ich heute nicht. Habe aber die  Hoffnung, dass mir jemand den Trick verrät, mit welchem Plugin (für FF, Chrome; IE, Opera)  ich diese Verbindungssuche blocken kann ;)

Und nein, ich schreibe heute auch nicht darüber, dass ich einen Reminder von Facebook erhalten habe, wieder mit dem Betreff „Gratis Gewinnspiele“, dass ich mich doch dringend registrieren sollte. Ich wärme ungern alte Aufreger auf.

Die wahre Geschichte

Heute gibt es einen kleinen Einblick in die relativ* wahre Hintergrundgeschichte, die mich zu diesem Blog führte. In meiner letzten Vorlesung zum Thema Social Media  begann der Referent (Sebastin Küpers)  mit einer netten Zeitschiene der Historie des Social Web, die er mit 1999 datierte – meine Web-Historie beginnt fast zeitgleich in 1998.

*relativ deshalb, da ich nicht mehr so ganz genau weiß, was zu welchem Zeitpunkt genau passierte.

1998 – mein erster eigener privater PC

PCs in der Leistungsklasse, die ich gern hätte, werden gerade (für mich) bezahlbar. Dank eines guten Freundes kann ich mir die Wunsch-Komponenten aussuchen, er bastelt was zusammen und lässt mich mit dem guten Stück allein.  Habe  mit Windows 95 begonnen und wechselte schnell zu Windows 98. Der erste selbständige Grafikkartentausch war ein spannendes Abenteuer.

Modem: 14.4 oder 28.8 – Der 98-PC funktioniert übrigens immer noch und dient meiner 80jährigen MA als Schreibmaschine für E-Mails und als Spieleplattform.

1999 – Dualhead-Grafikkarten begeistern mich

Zwischenzeitlich hat  Matrox die erste Grafikkarte für den Dualbetrieb unter Windows auf den Markt gebracht, was  mich begeisterte, nachdem ich das in einem Gravis-Shop gesehen hatte, wie groß auf einmal die Arbeitsfläche sein kann. Zwischenzeitlich hatte ich noch zwei weitere PCs zu einem Netzwerk verbunden, damit – wenn meine Freundinnen zu Besuch waren, wir Netzwerkspiele machen konnten. Zwischenzeitlich brauchte ich den Freund nicht mehr, um Grafik- oder Netzwerkkarten ein- oder auszubauen.

Modem: war wohl schon bei 56er angelangt – die Kosten für die Internetverbindungen stiegen mangels Flatrate ins unermessliche, denn ich entdeckte den Spaß daran, alles was neu an Messenger-, Chat- oder Communities online ging, auszuprobieren.

Ihr lieben Digital Natives  da draußen, eine Video-Konferenz mit drei Personen über eine Modem-Verbindung zu starten, war damals ein langwierigens, kostspieliges und oft nicht funktionierendes Abenteuer.

2000

iMac in Mint - Nach zwei Monate habe ich ihn wieder verkauft
iMac: So schaute das gute Stück 2000 aus.

Als es die ersten Flatrate-Angebot von der Telekom gab, war ich begeistert und um rund 200 Euro monatlich reicher. Windows-PC hatte ich drei, zwischendurch einen iMAC der ersten Generation ausprobiert, aber da der Kleine häufiger abstürzte, als die Windows-Kollegen insgesamt – habe ich den Ausflug in die Apple-Welt nach ein oder zwei Monaten abgebrochen. (Ja, vielleicht ist dass die die Ursache, dass ich danach wieder kein Apple-Produkt ausprobiert und auch kein iPhone mein eigen nenne, dieses Erlebnis hat  mich damals geprägt).

LLuna

Die erste Community, in der ich mich richtig lange tummelte war Lluna. Das besondere an dieser Plattform war:

Man konnte ein Bewegtbild von der Webcam als Avatar einbinden. Das führte regelmäßig dazu, dass die Verbindungen zusammenbrachen, aber es war neu und man konnte gemeinsam mit den anderen Usern auf der Plattform andere Websites absurfen und sich darüber austauschen.

Total lustig und Lluna war seinerzeit nicht ein Chat, in dem die erste Frage nicht jugendfrei und die zweite es schon gar  nicht war. Wir tauschten uns einfach nur darüber aus, wie man denn die verflixte Kamera zum Laufen bringt und honorierten besonders gelungene Cam-Einblendungen mit virtuellem Applaus.

Auf der Suche nach Belegen für LLuna bin ich sogar noch fündig geworden: auf dooyoo.de sind die damaligen Bewertungen nachzulesen: Testberichte zu Lluna.de

2000 – Windows 2000 – Internet-Flatrate von der Telekom

MSN Communities – später MSN Groups

Damals meldete ich mich bei fast allem an, was ein Registrierungsformular sein eigen nannte, so auch über den MSN in den seinerzeitigen Communities resp. später  Groups.

Dort konnten die User – man lese und staune, Bildergalerien anlegen und diese für Freunde freigeben. Es gab Foren zu Spezial-Themen – von Windows-Hilfe bis zu Häkel-Kreisen – die von Usern für Usern gemacht wurden. Es gab die Möglichkeit, seine Community zu gestalten, also Seiten mit oder ohne HTML-Kenntnisse online zu erstellen und zu verwalten –   (oops, war das nicht schon User Generated Content?) man konnte Freunde in die Gruppe einladen, anderen Gruppen beitreten und sich Nachrichten zukommen lassen.

Damals mit dem Helfer-Syndrom behaftet, führte ich ein oder drei Communities zu unterschiedlichen Themen und half den Besuchern bei den täglichen Problemen des Computer-Lebens;  Modems oder Netzwerkverbindung einrichten waren die größten Probleme seinerzeit. Nebenbei füllte ich den Nachrichtenbereich mit aktuellen News aus der Software-  und Onlinebranche. Als ich vom MSN Community-Team  gefragt wurde, ob ich auch unterstützend für die offizielle Hilfe-Community auf MSN aktiv sein wolle, sagte ich jubelnd „Ja“. Auf aufgebrachte User im Forum  beruhigend einzuschreiben,  entwickelte sich zu einer meiner Kernkompetenzen.

Wir befinden uns im  Jahr 2001 – Virtuelle Welten entstehen und gehen wieder unter

3D-Chats

Derweil ich also erste Erfahrungen im Community-Management sammelte,  testete ich für mich und mit Freunden gemeinsam, weiter innovative Chat- oder Community-Plattformen.

Zu diesem Zeitpunkt begann es schon schwierig zu werden, die unterschiedlichen Kontakte der unterschiedlichen Plattformen unter einen Hut zu bringen. Neben ICQ, MSN Messenger, Yahoo! Messenger und all den anderen kleinen Anbietern wäre Trillian als Aggregator eigentlich eine schöne Lösung gewesen, aber aus irgendwelchen Gründen hat mich das Programm nie wirklich begeistern können. Anyway – mit den 350 Messengerkontakten, war es eh schlauer, wenn man sich als offline anmeldete, damit man überhaupt zu etwas Produktivem am heimischen PC kommt.

Aber zurück zu den innovativen Plattformen.

Warum wohl habe ich mich gewundert, dass um Second Life in  Deutschland im Jahr 2006 so ein Wirbel veranstaltet wurde? Liegt vermutlich daran, dass ich bereits 2000/2001 als lustiger Avatar durch 3-D-Welten lief, mir Wohnungen einrichtete, Besucher empfangen konnte (mein 2. virtueller Besucher von dort  sitzt jetzt sogar seitdem auf einem realen Sofa in unserem gemeinsamen  Wohnzimmer), in anderen 3-D-Welten konnte man ganze Universen erobern in der Cyberworld sogar heiraten.

eigener Screenshot: Cybertown Cafe in 2001

2001 – 2003

Parallel konnte ich mein Hobby zu meiner Arbeit machen. Ein interner Wechsel in der Firma ließ mich fortan das Intranet konzipieren und betreuen.

Meine Begeisterung für das Internet war weiterhin ungebrochen, obschon die ersten Zeichen mich aufmerken ließen, dass nicht alles so nett und unkommerziell weitergehen kann. Vermehrt wollten Leute Geld im Internet verdienen, andere schalteten dusselige Banner auf ihren Community-Seiten und die Affiliate-Programme schossen wie Pilze aus dem Hyper-Boden.

Nachdem mir die Chatter-Welten unsympathischer wurden, da nicht mehr der technische Austausch sondern die Partnersuche in den Fokus traten, habe ich die Chat-Geschichten nicht mehr intensiv weiterverfolgt.

Habe mich auch aus den Communities zurückgezogen, um mich mehr um meine zahlreichen, unkommerziellen und damit völlig überflüssigen Websites gekümmert. Das CMS der Firma Data Becker – Web-to-Date 1.0 – hat mich seinerzeit begeistert, da es für ganz kleines Geld sehr viele Funktionen hatte, die bei anderen großen CMS nicht „out-of-the-Box“ vorhanden waren.

Und wieder schlug das Helfersyndrom zu: Als mich jemand fragte, ob ich eine Hilfe-Community für eben diese Software  mit aufbauen möchte, habe ich „Ja“ gesagt. Die Moderation dort war angenehm. Dank eines hervorragenden Community-Managers wurde dieses Forum sehr erfolgreich und sogar von Data Becker als Anlaufstelle für kostenlosen Support angegeben. Aus Zeitgründen musste ich dort leider nach zwei Jahren sämtliche Aktivitäten niederlegen.

Die Software gibt es zwischenzeitlich in Version 7.0 – ich bin bei 6.0 hängengeblieben, da mich WordPress mehr begeistert.

Kleine Aktivitätenpause online

Genug von Chats, Websites, Foren habe ich das Internet eine zeitlang nur als Spielekonsole und unersetzbaren Begleiter gesehen. Ich wusste seinerzeit schon nicht mehr,  wie ich zehn Jahre zuvor jemals eine Rechnung bezahlt habe. Beruflich habe ich zwischenzeitlich für meine Kollegen, die bis dato kein Internet zur Verfügung hatten, Internet-Einsteiger-Schulungen gehalten.

Habe verfolgt, wie die damaligen Suchportale nach und nach in Google oder verdrängt wurden. Ich erinnere mich kurioserweise noch genau daran, wie ich das erste Mal den Link über ein Messenger-Programm erhalten habe mit den Worten: Schau mal, das ist doch mal eine coole Suche.

Del.icio.us –  Social Bookmarking  -das Orginal

Delicious is social bookmarkingDem geschuldet, dass ich eine umfangreiche Favoritensammlung daheim und in der Firma hatte, war ich natürlich begeistert, von del.icio.us zu erfahren. Für  mich ist und war es damals nur eine Lösung, von überall Zugriff auf  die eigenen  Favoriten zu haben. Ist natürlich eigentlich völliger Nonsens, da ich dort in den seltensten Fällen etwas nachschlage, aber durch die Social Media-Thematik ist aus einer schnöden Linksammlung ein Social Media Tool geworden. Tag-Wolken gabs dort übrigens auch damals schon.

Ende 2003 – die ersten Blogaktivitäten

Zwischendurch habe ich neben den statischen Websites noch das Bloggen ausprobiert. Meine erste eigene WordPress-Installation hat mich Nächte der Verzweiflung gekostet. Ich wusste zwar, was ein FTP-Server ist,  aber was das so mit MySQL auf sich hat, war mir nicht so sicher. Aber dank der Online-Manuals hat auch das geklappt.

Nachdem der Blog stand, konnte ich mich stundenlang  mit den verschiedenen Templates befassen – der Designwechsel war damals noch etwas komplizierter, der Spaßfaktor  nicht so hoch wie heute. Meine ersten Blogbeiträge datieren vermutlich von September 2003. Dieser Blog hat diverse Umzüge und Umbenennungen überlebt und hängt jetzt auf einer 1&1-Wordpress-Standard-Installation fest.

2004 – Facebook erwacht

Facebook erblickt das Licht der Welt. Nachdem ich nicht auf SchülerVZ (zu alt) StudiVZ (nicht studiert) – MySpace (interessiere mich nicht für Musik) angemeldet war, lese ich ab und zu etwas über Facebook und frage mich; anmelden, nicht anmelden, anmelden, nicht anmelden.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mich nicht irgendwann mit irgend einem Alias angemeldet habe, und einfach nur die Zugangsdaten verdaddelt habe.

Ein Schnelldurchlauf von Facebook von 2004 bis Oktober 2010 ist auf der Wirtschaftswochen zu finden: Der Aufstieg von Facebook

2005 Beitritt openBC – jetzt Xing

openBC jetzt Xing
Logo-Quelle: Wikipedia.org

Da ich grundsätzlich den neuen Medien nicht abgeneigt bin, probierte ich openBC (jetzt Xing)  aus. Meldete mich an, suchte nach Schulkameraden deren Namen mir noch  einfielen und wurde tatsächlich bei dem einen oder anderen fündig. Habe den Account ansonsten einfach Account sein lassen.

Erst einige Jahre später – also jetzt, finde ich es grandios und aucht  etwas unheimlich, dass man irgendwie mit jedem über irgendwelche Wege verbunden ist.

2006 bis 2008

Das Internet beginnt  mich punktuell  zu nerven. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen, da ich einfach Webspace verbrauche, ohne Geld damit zu verdienen. Sinnloser Zeitvertreib, Ressourcenverschwendung. Wenn man in Foren reinschaut, die sich mit Website-Themen befassen, folgt irgendwann die Frage, wie optimiere ich für Google, wie werde ich ein erfolreicher Affiliate, wie schaffe ich es möglichst viele Besucher auf meiner Seite zu haben. Mein Helfersyndrom zeigt Ermüdungserscheinungen.

Ich mache eine „neue-Techniken-sind-mir-schnurzegal-“ und „lasst mich doch einfach in Ruhe Sims3-Spielen-Phase“ durch.

Vom engeren Freundeskreis werde ich zwischenzeitlich als altmodisch bezeichnet, wenn ich zaghaft anrege, dass man durchaus im Restaurant versuchen kann, sich zu unterhalten, anstatt auf das Mobiltelefon zu starren oder zu tippen. Der Hinweis, dass man auf eine SMS nicht sofort antworten müsse, wird mit einem entsetzten Blick quittiert. Auch hier muss ich kurz einmal wieder zurück in die Geschichte. Denn als ich …

… 1995 mein erstes Mobiltelefon mein eigen nannte, wurde ich verständnislos angeschaut;  wozu zum Teufel man denn so etwas brauche. Auch dass ich die nächsten 5 Jahre jeweils das von Connect als „bestes Handy der Welt gekürte Telefon“ sofort haben musste, wurde  nicht verstanden. Die gleichen Leute verstehen jetzt nicht, dass ich das Mobiltelefon auch einfach auf lautlos stellen kann.

2007 – iPhone

Immer auf der Suche nach dem ultimativen Mobiltelefon sehe ich die ersten Ankündigungen für das iPhone. Das muss ich haben, denk ich, hört sich großartig an. Dann  kommt es raus – und ich kaufe es nicht. Nicht wegen des schlechten Erstkontakts mit dem iMac, nicht weil es ungefähr wieder die Größe meines Briketts von 1995 hat, nein, es ist der Vertragsbindung mit der Telekom, die ich seit 2001 konsequent verweigere und als Nebenerscheinung hat das Teil noch nicht mal ein normales Radio.

2008 – Twitter

Jetzt geht es Schlag auf Schlag – nachdem ich es in jungen Jahren versäumt habe, zu studieren, möchte ich noch mal die Schulbank drücken. Über die „dda Deutsche Dialog Akademie“ absolviere ich den Studiengang Fachwirtin Online Marketing.

Dort lerne ich zahlreiche Digital Natives kennen, die perfekt einhändig simsend über die Straße laufend SMS schreiben können und sich lustig darüber unterhalten, wie cool dieses oder jenes YouTube-Video ist. Ein Kommilitone hat mich begeistert. War firm mit allen Maßnahmen im viralen Marketing, aktiv bei der Planung von Guerrilla-Marketing-Aktionen dabei und ohne großes Gewese auf Twitter aktiv.

Twitter? Microblogging? Der Dienst, bei dem ich mich zwar anmeldete, ich habe befand, ok – Dalila – man muss auch akzeptieren können, dass es Dinge gibt, die man ab einem gewissen Alter nicht mehr machen muss.

Im Zuge des Studiums und der folgenden Projektarbeit habe ich etwas mehr über Twitter erfahren. Die Zugangsdaten von damals wiedergefunden – und geschaut, ob es Bekannte gibt. Einen Freund dort würde ich sicher finden, da war ich mir sicher. Als ich dort in seinen Followern stöberte, entdeckte ich – meinen Partner (vom realen Sofa) – der ansonsten jeglichen Social Media Trends so abgeneigt ist, dass uns schon fast die Gesprächsthemen ausgehen. Zur Rede gestellt, was machst du dort? „Ich guck‘ nur nach Infos was die und die Firma so treibt – „… Das war das erste Schlüsselerlebnis: Information, in Echtzeit, direkt und ohne Streuverlust.

Das zweite Schlüsselerlebnis, das mich zum Twitter-Sympathisanten machte:

Irgendwann morgens, sitze verträumt vor der Timeline, erscheint eine Meldung von einem Earthquake in sonstwo. Ich schaue in den bekannte Onlinemedien und Newsmagazinen /Tagesschau, ZDF, Google News, CNN, N24/ ob das eine echte Meldung ist. Es häufen sich die Meldungen auf Twitter, in den Nachrichten nichts – dort erscheinen die Meldungen mit ziemlicher Verzögerung – das hat mich fasziniert.

2009 – Konzentration auf Online-Zahlungssysteme

Abschluss zur Fachwirtin Online Marketing mit der Abgabe der  Diplomarbeit „E-Payment-Systeme: Entscheidungsgrundlagen für Händler im E-Commerce für die Auswahl von Online-Zahlungssystemen.“ Interessante Leute kennengelernt und ein Diplom in der Tasche.

2010 – Begeisterung für alles im Web- außer Facebook – ist wieder da ;)

Noch immer nicht auf Facebook, obschon es die halbe Kollegenschaft ist, der Bekannten- und Freundeskreis sowieso. Zumindest diejenigen, die überhaupt online in irgendeiner Form aktiv sind. Online-Junkie M. aus Z.  meint, ich müsse mich auf Facebook registriere, er brauche unbedingt mehr Freunde. Meine Erklärungen (siehe oben) werden vom Tisch gewischt, alles Quatsch – und überhaupt – irgendwann müsste ich mich anmelden, da führe kein Weg drumrum.

Mein lieber Freund M. aus Z.  kennt mich zwar gut, aber konnte nicht ahnen, dass ich extrem widerspenstig auf „man muss irgendwas“ reagiere. Die „Wette“ gilt. Um es Social Media gerecht zu präsentieren, startete ich diese Blog  – und um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, habe ich mich für den Studiengang Social Media bei der DDA angemeldet.

Mehrere Identitäten auf Twitter

Auf Twitter bin ich mit zwei Konten aktiv – nicht um zu verwirren oder zu verschleiern, sondern um die Follower etwas zu „entwirren“.

Ein Stadtteil-Account @hamburgschanze – passend zum  Blog blog.hamburg-schanze.de

Der Social-Media-Account @GrafDal,  den ich ursprünglich angelegt hatte, um Kollegen zu demonstrieren, was Twitter ist und ihnen hierüber Infos zukommen lassen konnte, um bei dem Aufbau der Social Media Strategie zu unterstützen. 

Diverse Twitter-Gurus bezeichnen das Nutzen mehrerer Accounts als unprofessionell – ich möchte meinen Social Media-Folgern aber die Stadtteil-Infos nicht zumuten und andersrum den Schanzenviertel-Folgern nicht mit den Social Media Infos den Tag verderben.

Was ist deine/ihre Meinung zum Thema mehrere Twitter-Accounts? Gern über die Kommentarfunktion mitteilen!

2011 – Social Media im neuen Gewand

Dieses Jahr habe ich damit begonnen, mich  intensiver mit der Geschichte des Internets, dem Web und den Auswirkungen auf die Gesellschaft zu beschäftigen. Lese gerade das nicht neue, aber trotzdem interessante Buch von Tim Berners-Lee „Der Web-Report„, und fand einige Ansätze in Nicholas Carrs Buch „Wer bin ich, wenn ich  online bin – und was macht mein Gehirn solange“ interessant.

Und – ich bin auf der Suche nach einem spannenden Thema für die Diplomarbeit zum Thema Social Media. Vorschläge über die Kommentarfunktion sind willkommen. Wenn ich ein Thema übernehme, verschenke ich die beiden oben genannten Bücher an den Ideenspender.

Update 09.07.2011: Die Arbeit ist geschrieben – das Thema das ich mir ausgesucht habe: „Lösungsansätze zur Reduzierung der E-Mail-Kommunikation in Unternehmen durch Social Software“. Bin gespannt, was es für eine Note wird.

Zusammengefasst:

Ich bin nicht auf Facebook, weil ich noch keinen Grund dafür gefunden habe.

  • Ich bin bekennender Online-Junkie
  • Ich kann das Smartphone abstellen
  • Ich telefoniere nicht im Restaurant
  • Ich habe keine speziellen Datenschutzbedenken bei Facebook
  • Ich weiß was ich dort verpasse, denn ich höre täglich
    • „hab gar keine Lust mehr auf Facebook, zu anstrengend“,
    • „meine Pinnwand ist zu voll“,
    • „hab gerade meinen Arbeitgeber disliked“ ….
  • Ich bin kein Social Media-Verweigerer
  • Ich habe kein iPhone – aber nur weil es einige Funktionen nicht hat, die ich gern hätte und den Satz „App für iPhone und iPad“ finde ich schon fast diskrimierend
  • Ich muss nicht auf „Gefällt mir“ klicken
  • Ich bin genervt, wenn ich auf „face-connect“ warten muss
  • Ich frage mich, ob ein Digital Native weiß, dass es ein Online-Leben neben Facebook, Google und YouTube gibt
  • und nein – ohne Computer ist man früher nicht ins Internet gekommen.
  • Ich freue mich auf den Service, der nach Facebook kommt, damit ich endlich mal was wirklich Neues ausprobieren kann ;)

Jetzt seid ihr dran: Wie sind eure Erstkontakte gewesen? Könnt ihr euch noch an die Zeiten vor Google erinnern?

Wenn ihr bis hierin komplett gelesen habt, habt ihr rund 3000 Wörter am Stück gelesen – Respekt. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht.

Was Nicolas Carr-These widerspricht, dass der moderne Mensch keine langen Texte mehr am Bildschirm lesen will oder kann ;)

Update 09.07.2011: Seit Donnerstag, 05.30 am bin ich auf Google+ und bin (noch) begeistert. Aber diese Geschichte erzähle ich erst später …

Das neue Twitter – Umstellung zu 100 Prozent abgeschlossen – das ist neu

Mitte Oktober war es soweit: Twitter verkündet, die Umstellung auf die neue Oberfläche sei flächendeckend abgeschlossen. Für diejenigen die Twitter direkt über die Web-Oberfläche verwenden, ist der Einstieg nicht mehr ganz so einfach wie vor der Umstellung. Für diejenigen die Twitter über einen Client wie TweetDeck oder Hootsuite verwenden, ändert sich nichts.

Zur Erinnerung:

Oberfläche vor der Umstellung:

Twitter Oberfläche vor der Umstellung
Merkmale:

  • Alles auf einen Blick resp. auf einer Seite, großes Eingabefeld für die Tweets, im rechten Seitenbereich die aufklappbaren Zusatzinfos für die eigenen Listen, gespeicherten Suchen, Trends, das Suchfeld. Ebenfalls dort zu sehen, die Anzahl der eigenen Tweets, die Followerzahlen und zwei (wechselnde) Vorschläge, wem man noch folgen könnte.
  • In der Metanavigation u.a. die Links zum Profil, verschiedene Suchoptionen innerhalb von Twitter, Einstellungen zur Hilfe und die Log-out Möglichkeit.
  • Die Eingabe der Suchfläche war groß, die Anzeige der noch einzugebenden Zeichen nicht zu übersehen, der Sende-Button animiert zum 140-Zeichen-Autor zu werden.

Twitter Oberfläche „Neue Version“:

Twitter Oberfläche nach der Umstellung

Die neue Oberfläche konnte bereits recht frühzeitig getestet werden, und auch jetzt kann man noch zwischen der neuen und alten Oberfläche wechseln.

Das neue Twitter – Umstellung zu 100 Prozent abgeschlossen – das ist neu weiterlesen

Gedanken zum Thema ob Twitter nervt – oder eben halt nicht

Genervt von Twitter?

Auf dem Business-Blog von Meedia schreibt Nils Jacobsen am 1. September 2010 über (seinen) Twitter Nervfaktor und beschwört das Ende des Twitter-Hypes:

Ende des Hypes? Warum Twitter nervt

http://bit.ly/warumTwitternervt

Meine Gedanken zu diesem Artikel von Nils Jacobsen:

Wie kann Twitter nerven?

Nicht Twitter nervt, sondern „Twitter-Missbraucher“ können nerven – wenn man sie lässt und wenn man nicht weiß, wie man die vorhandenen Funktionen sinnvoll nutzt.
Ich finde an Twitter z. B.  grandios, dass ich schnell über die Listenfunktion einen Überblick  zu aktuellen Themen erhalte.
Beginnt mich jemand mit dem 99. „5-Schritte-zum-Erfolg-Tipp“ zu langweilen, der womöglich  im Stundentakt in mener Timeline erscheint, damit möglichst jeder in allen verfügbaren Zeitzone diesen wertvollen Beitrag zur Kenntnis nehmen kann, dann folge ich halt nicht mehr. Wo ist das Problem?

Twitter im Mainstream angekommen

Herzlichen Glückwunsch. Dann ist die Hoffnung groß, dass Twitter nicht in der Versenkung endet. Ich verstehe nur den Zusammenhang zu Lady Gaga nicht. Weder muss man ihr folgen noch sie sonst zur Kenntnis nehmen, das schaffe ich sowohl in der Tagespresse als auch online. Womit ich jetzt nichts gegen Lady Gaga sagen möchte, ich kenne sie nur vom Namen, mag also ihre Qualitäten in was auch immer nicht bewerten.

Statisches Twitter: Wo bleibt die Weiterentwicklung?

Warum müssen sich immer alle Tools weiterentwickeln*, wenn sie ihr Kerngeschäft ganz gut abdecken?
Aber wem nützt es, wenn ich irgendwo kundtue, dass mir ein Tweet gefällt?  Wenn doch schon  genügend Facebooker ihre Seiten „liken“.
Hat letztendlich nur zur Folge, dass die, die es sich leisten können, bezahlte „Liker“ auf Twitter schicken, damit sie – in welcher Rangliste auch immer – ganz oben stehen ;)
Ich freue mich schon ungemein auf die ersten Tweets im Sinne von: So erhalten Sie garantiert 300 Tweetliker stündlich.
*Ok – ich finde es auch toll, dass ich die Wahl zwischen Flugzeug und Auto habe und nicht mit der Kutsche in den Urlaub fahren muss, aber sinnbefreite Features, die es in einem Onlinetool nicht gibt, sind für mich  kein KO-Kriterium. Aber keine Bange, da Twitter ja „siehe oben“ im Mainstream angekommen ist, werden diese Weiterentwicklungen sicher folgen. Solange sie optional sind, ist es mir auch „wurscht“.

Klagen über Downtimes:

Zahle ich bereits einen Obolus an Twitter, der mir ausfallsichere Server garantiert? Wie kann man ständige Verfügbarkeit von einem (noch) kostenlosen Tool erwarten? Verstehe ich nicht, muss ich aber auch nicht. Und überhaupt –  ich mag den Wal.

Follower-Bestätigungsfunktion?

Das Wort hört sich schon krank an. Aber ich habe eben extra nochmal nachgeschaut, dort steht wirklich „Was Twitter fehlt, ist eine Follower-Bestätigungsfunktion“.  Absurde Idee. Wenn ich nicht zu träge wäre, hätte ich schon die Benachrichtigung über neue Follower abgestellt, der Medienwechsel ist eh nicht zeitgemäß.
Jetzt möchte noch jemand seine Follower bestätigen? Nur damit sie vielleicht gleich danach wieder weg sind?  Wird es dann auch eineEntfollower-Bestätigungs-Benachrichtigung“ geben, die der Betreffende aktiv anklicken muss? Im Sinne von: „Ja – ich bestätige hiermit, dass ich dir nicht mehr folgen will“. Würde die Performance der Twitter-Server sicher ungemein erhöhen. Bei dusseligen Profilbildern finde ich die Blockfunktion viel einfacher und unverbindlicher.

„Mit steigender Followerzahl gehen jedoch die eigentlich relevanten Nachrichten nach und nach unter.“

? Wenn  mir viele folgen, gehen doch in meiner Timeline die relevanten Nachrichten nicht unter?
Und selbst wenn einer jemand in meiner Timeline kollabiert *hüstel* – habe ich die für mich relevanten Infos wahlweise in Twitter, Tweetdeck oder Hootsuite direkt über Listen im Zugriff.

Twitter-Stress

Twitter-Stress?
Zum Thema Twitter-Stress wird es im Artikel zum Ende hin ein wenig  polemisch. Das öffentliche Reputationsthema ist ein Social Media- und nicht ein Twitter-Thema. Trunkenheitsgeschichten und -Fotos machen sich auf keinem Medium gut. Und wer sich krank schreiben lässt  und fröhlich vor sich hintwittert, wie gut das  kühle Bierchen im Sommergarten trotz Grippe schmeckt – sorry – da würde ich den Arbeitgebern ein einfacheres Kündigungsrecht wünschen.
Auf der anderen Seite, wenn ich nach der Weiterentwicklung  ganz viele Funktionen verwenden kann und natürlich auch muss, damit mich meine Follower ja nicht wieder verlassen;
da den Like-Button,  hier die Follower-Bestätigungs-Funktion und dann gleichzeitig darauf achten muss, dass mein Arbeitgeber meine Partyfotos nicht findet, dann wird es echt stressig.
Warum der Autor Nils Jacobsen sich auf der einen Seite mehr Funktionen wünscht, am Ende bei „Weniger ist mehr, viel mehr“ landet, verstehe ich vielleicht, wenn ich den Artikel ein zweites Mal lese. Aber  nicht mehr heute …

Social Media Blog – geht ohne Video ja gar nicht

Interaktion,  „user generated content“ und Videos – das sind einige der Buzz-Words, die man in der 1. Lehrstunde Social Media resp. Web 2.0 an den Kopf geworfen bekommt.

Interagieren könntet ihr hier über die Kommentarfunktion,  den Content habe ich generiert und heute kommt ein kleines Lehrstück über Verhalten in solzialen Netzwerken im Videoformat. Klasse finde ich die Einleitung mit dem Hinweis, dass man bei der Wahl des Alias‘ berücksichtigen sollte, dass auch zukünftige Chefs sich durchaus auf und in sozialen Netzwerken tummeln. Dreht eure Lautsprecher auf und lauscht den „Goldenen Regeln auf Facebook“. 

Twitter hat mich restored – und ich darf weiter twittern

Was für ein Abend. Der Twitter Support hat meinen @GrafDal Account wieder zum Leben erweckt und mein alter Digital-Wecker wird im nächsten Bella Block-Krimi  zwar  keine Haupt-, so doch eine Nebenrolle spielen (siehe blog.hamburgschanze.de).

Die Informationsmail vom Twitter-Supporter delbius ist kurz und knackig:

E-Mail vom Twitter Support

Erkenntnisse, die ich aus diesem kurzweiligen Twitter-Krimi gewonnen habe:

Mindestens 2 aktive Twitter-Accounts

Möchte man sich ernsthaft mit Twitter befassen und es als Vertriebs- und/oder Kommunikationskanal nutzen, sollte man auf jeden Fall mehr als einen aktiven Account haben. Im Fall einer fehlerhaften Sperre kann man so zumindest Tweets absetzen, um darüber zu informieren.

Twitter-Alias nicht auf Print-Produkten verwenden

Das Verwenden der Twitter-Adresse auf Kommunikationsmitteln wie Visitenkarten oder anderen Printprodukten ist mit Vorsicht zu genießen. Man stelle sich vor: Messe steht an, Plakate  mit den Social Media Kontaktdaten gedruckt und am Tag der Messe passiert Twitter ein automatischer Fehler.

Festhalten – wo der Twitter-Alias hinterlegt ist

Notiert euch, wo und in welcher anderen Anwendungen, Onlinediensten oder Netzwerken der Twittername angegeben ist. Ich habe mich heute schon gefragt, wo ich mich überall einloggen muss, um die Daten zu ändern. Das bleibt mir zum Glück – dieses Mal – erspart.

Twitter: Suspended via @GrafDal

Heute morgen habe ich noch gedacht, dass sich das Problem schnell beheben lassen wird und Twitter ganz schnell seinen Irrtum bemerkt. (http://socialmedia.dalila-graf.de/2010/08/uberleben-ohne-facebook-geht-aber-ohne-twitter/)

Aber Pustekuchen.  Nachdem mein erster Versuch scheiterte, das Ticketsystem von Twitter zu befüllen (wurde mit einer 403 Forbidden-Seite quittiert)  hatte der 2. Versuch immerhin zur Folge, dass ich eine E-Mail erhielt; Ich möge doch einmal die Twitter-Regeln lesen um zu schauen, gegen welche Regeln ich verstoßen haben könnte.

Zufälligerweise gehöre ich tatsächlich zu den Leuten, die – bevor sie sich bei einem Service anmelden – die dortigen Regeln durchlesen. Ok – das mag altmodisch und spießig sein,  und ich gebe es selten öffentlich zu – aber ich lese AGB, Datenschutzhinweise und ähnliches tatsächlich.

Aber gern habe ich die Twitter-Regeln noch einmal gründlich studiert, damit  ich auch dem nächsten Hinweis in der E-Mail Folge leisten konnte. „Man möge doch dem Support mitteilen, aus welchem Grund man meint, dass der eigene Account „suspended“ wurde.“

Hm, an diesem Punkt hätte ich mir einen klitzekleinen Hinweis gewünscht, was denn zum „suspenden“ geführt haben könnte. Ich als mitteltechnikaffine Internetuserin mag nicht beurteilen, ob mein Account gehackt wurde oder welcher meiner Follower für mich schlecht ist. Aber egal – nach dem ich die Regeln verzweifelt nach dem Grund meiner Deaktivierung durchforstet hatte, fiel es mir siedendheiß ein:

Im Zuge diverser Tests diverser Services aus den unzähligen 5 bis 15-Tipp-Tweets selbst ernannter Twitter-Experten habe ich mich vor einigen  oder Monaten naiv auf den TwitterTrain gesetzt, der mit dem Erwerb von garantierten 25 Followern wirbt. So ziemlich genau zwei Minuten nach dem Aktivieren hatte ich es schon bereut, denn die darüber generierten Follower fand ich nicht besonders spannend – aber was testet man nicht alles, wenn man neu bei Twitter ist – das ist doch gerade der – oder besser mein – Spaß dabei.

Was allerdings die letzten Tage merkwürdig ist – sowohl mit dem GrafDal als auch mit dem hamburgschanze Account, folgen mir dubiose Leute. Sie haben wahlweise keine Tweets – dafür zig Follower – oder einige Tweets – aber keine Follower. Hätte ich diese nach Sichtung des Profils gleich blocken oder als Spam melden müssen?

Im Moment bin ich etwas unsicher und traue mich kaum, meinen (noch) vorhandenen Account hamburgschanze zu verwenden. Auf der anderen Seite wäre es eine Herausforderung, einen Socialmedia-Blog zu betreiben, ohne Twitter und Facebook zu betreiben, die die beiden meist erstgenannten mit Social Media assozierten Dienste sind.

Wir werden sehen – es soll ja auch Leute geben – die komplett ohne Internet leben – was für ein Alptraum :)

Überleben ohne Facebook geht – aber ohne Twitter?

Dieser Tag fängt nicht gut an, mein Twitter Account GrafDal ist suspended – und ich habe keinen blassen Schimmer weshalb.

Ich starte wie üblich morgens Tweetdeck, lese, retweete, was man halt so macht. Dann poppt auf einmal ein Hinweis auf,  mein Passwort für meinen Account GrafDal habe sich geändert. Da ich nichts geändert habe,  mache ich vorsichtshalber einen Screenshot von dem Pop-Up.

Möchte twittern, ob das eine neue Art des Phishings ist, und merke, dass TweetDeck über den Acccount von GrafDal nicht mehr  twittern möchte.

Also dann doch mal auf Twitter direkt geschaut – und sehe dies:

Suspended?

Was habe ich böses getan? Ich weiß es nicht. Und jetzt habe ich auch keine Zeit mehr, es zu checken, da die Arbeit ruft.

Kurz noch Twitter über das Ticketsystem informiert – vielleicht hat sich das System nur etwas verschluckt.

Nachtrag: Twitter über Ticketsystem informierten funktioniert nicht. Auch dieser Weg bleibt mir verwehrt.

Hootsuite oder TweetDeck – Teil 1

Heute wurde mir von meiner lieben Kollegin C. aus H. die Frage gestellt, die ich mir selbst seit einigen Wochen versuche zu beantworten.

Verwende ich lieber Hootsuite oder TweetDeck?

Grafisch hat Hootsuite die Nase vorn, allein um das Schlummerbild der Eule noch einmal zu sehen, spiele ich ab und zu Spiel – „Dalila, die auf Monitore starrt“.

Macht man das lange genug – wird man hiermit belohnt:

Aber ihr seid hier ja nicht zum Spaß, daher werde ich jetzt die aus meiner Sicht spannenden Vorzüge beschreiben.

Vorab zum Einstieg eine Übersicht, wie die beiden Tools im direkten Vergleich der Funktionen abschneiden.

Funktion

Hootsuite

TweetDeck

Online Social Media Dashboard Desktop Anwendung
Plattformen Online Desktop, iPhone, iPad
Installation auf Keine Installation notwendig Apple, Windows, Linux
Optimale Browser Chrome 5, Safari 5, Firefox 3.6, Internet Explorer 8 ./.
Desktop-Version und Browser-Addons (Hootsuite) Fluid (Mac), Chrome, Mozilla Prism, Firefox Add on, Hootlet Chrome Extension, ./.
Netzwerke Twitter, Facebook, Facebook Page, LinkedIn, Ping.fm, WordPress, MySpace, Foursquare Twitter, Facebook, MySpace, LinkedIn, Foursquare, Google Buzz and more
Zeitgesteuerte Updates Ja ja
Mobile Unterstützung iPhone, Android, iPhone, Android
Tracking Tracking über eingebaute URL-Shortener
URL-Shortener Ow.ly, HT.ly bit.ly, is.gd, tinyurl, twurl (and other)
Teamarbeit ja nein
Aufgaben ja nein
Anpassbare Oberfläche ja, Designs, Spalten, Listen ja, Hell/Dunkel – anpassbare Farben. Listen, Keywordlisten
Sprachen Benutzeroberfläche Englisch, Japanisch mehr als 60 Sprachen, integrierte Übersetzungsfunktion für Tweets (via Google)
Monitoring Wort oder Phrase nein
Hinweis über neue Meldungen nein Diverse Einstellmöglichkeiten, inklusive Sound
Bilder ja YFrog, Tweetphoto, Twitpic, Mobypicture
Synchronisation ./. Über TweetDeck Account Synchronisation
Filtermöglichkeiten nein ja
Kosten Alles neu seit 16. August – Basisaccount kostenlos – Rest bitte hier nachlesen: http://blog.hootsuite.com/freemium-plans-clarifications/ (zur Zeit) kostenlos für private Anwender

Ihr seht, beide Tools sind mächtig. Sind die Funktionen Teamfähigkeit und Tracking wichtig, fällt die Entscheidung leicht. Damit kann TweetDeck  nicht dienen. Dafür unterstützt Tweetdeck wiederrum URL-Shortener, die dort die Trackingfunktion direkt vorhalten.

Aber wie schaut es aus im Hinblick auf die eigentliche Aufgabe – das twittern über unterschiedliche Accounts zu erleichtern oder andere Netzwerke mit Statusupdates zu versorgen? In beiden Anwendungen habe ich über die Konfiguration jeweils meine zwei Twitter-und den LinkedIn-Account eingestellt.

Twittern über Hootsuite

Am oberen Bildschirmrand findet man neben der Eule das Eingabefeld für die Nachricht. Daneben der Absendebutton – und gleich daneben kann man durch anklicken bestimmen, über welchen Account man die Internetgemeinde mit seiner Nachricht beglücken möchte.

Hootsuite Eingabefeld klein

Klickt man in das Feld „Compose message …“, eröffnen sich weitere Möglichkeiten:

Hootsuite Eingabefeld erweitert

Das URL-Shortener-Feld wird sichtbar, man kann Dateien anhängen, die Zeit für den Versand einstellen und die Nachricht als Entwurf speichern. Für „VielInhaltübernochmehrKanäleVerbreiter“ gibt es die Möglichkeit alle Profile gleichzeitig auszuwählen. Die Visualisierung ist grafisch sehr deutlich umgesetzt.Ausgewaehlte Netzwerke

Und Hootsuite denkt mit: Fällt einem jetzt ein, dass man doch noch ein Netzwerk vergessen hat, kann man über das +-Symbol das entsprechende Netzwerk sofort hinzufügen, ohne erst die Profileinstellungen suchen zu müssen.

Bedienbarkeit: 5 von 5 Sternchen

Twittern über TweetDeck

Ich lasse TweetDeck dagegen antreten. Die hier eingestellten Screens sind über die Windows-Version erstellt, sehen auf Linux aber genauso aus.

Die Oberfläche kann sowohl schwarz als auch weiß eingestellt werden. Da die dunkle Oberfläche in der Öko-Bilanz besser abschneidet – ist das TweetDeck bei mir schwarz.

Das Eingabefeld kann man entweder am oberen oder unteren Bildschirmrand platzieren. Hat man sich dafür entschieden, bei neuen Tweets über ein Infofenster informiert zu werden, sollte man die Platzierung mit Bedacht wählen, sonst wird die Tipperei durch das aufpoppende Fenster gestört. Das Eingabefeld ist dynamisch in der Länge; heißt – verkleinert man das Tweet-DeckFenster, verkürzt sich das Feld prozentual.

Anders als bei Hootsuite gibt es keine Überraschungen, wenn man in das Eingabefeld klickt. Aber – man kann Dateien und Links via Drag & Drop ins Feld schubsen. TweetDeck Eingabefeld

Durch Anklicken der jeweiligen Profile aktiviert oder deaktivert man die zu verwendenden Accounts. Die Visualisierung ist hier nicht ganz so eindeutig wie bei Hootsuite, aber auch hier kann man fehlende Netzwerke direkt ergänzen, ohne in die Einstellungen wechseln zu müssen.

Die Funktionen, die sich hinter den Symbolen verbergen:

  • Hinzufügen oder Ändern von Standorten
  • Fotos oder Videos hinzufügen
  • Auto Url-Verkürzer an- oder abstellen
  • TweetShrink this Update (Das muss neu sein, keinen blassen Schimmer was es bedeutet ;)
  • Übersetzungsfunktion (Das ist richtig cool für internationale SuperTweeter – ist zwar powered bei Google, trotzdem  fehlt Klingonisch #failure)Tweetdeck - automatische Übersetzung via Google
  • Hashtag-Hilfe
  • Zeitsteuerung

Durch die integrierte Übersetzung und die Integration der Url-Shortener und Bildupload-Dienste erhält auch TweetDeck die vollen

5 Sternchen.

Fazit: Das Absetzen von Nachrichten gelingt sowohl in Hootsuite als auch im TweetDeck einfach und schnell.

Kurz bevor ihr in den Snooze-Modus wechselt, beende ich hiermit Teil I.

In der Ausgabe Hootsuite oder Tweetdeck – Teil 2 zeige ich, wie man sich in beiden Tools der Überblick über Listen, Follower und andere Kernthemen verschafft oder sich vollends verirrt ;)Vorschau Hootsuite TweetDeck
Falls ihr nicht so lange warten wollt:

Spread the Word – die Tools dazu

Wir sind „social“. Wir schreiben nicht für uns selbst – sondern möchten  eine  große Leserschaft für unsere Inhalte begeistern.

Ist man in mehreren Netzwerken aktiv, mutiert das manuelle Füttern der gefräßigen Statuskanäle zur ABM-Maßnahme:

  • Bei Xing einloggen, den Statusbericht anpassen.
  • Auf LinkedIn einloggen, die Netzwerk-Aktivitäten aktualisieren.
  • Twittern über alle Accounts.
  • Eventuell via Youtube und/oder Flickr entsprechende Medien hinzufügen.
  • Den Bookmarkdienst seines Vertrauens füttern – und oops – hätte ich fast vergessen,
  • seine Freunde bei Facebook informieren.
  • und so weiter …

Da findige Entwickler das zum Glück niemandem zumuten, kann man sich als „Informer“ heutzutage diese Arbeit erleichtern.

Technik die begeistert, macht es möglich. Die meisten* Netzwerke und Communities bieten Schnittstellen zu anderen Netzwerken.

Die folgenden einfachen und kostenlosen Lösungen verwende ich selbst. Für Profis, Unternehmen und Social Media Experten stehen unzählige Open Source oder kommerzielle Tools zur Verfügung, aber das wissen diese Zielgruppen selbst am besten.

Schmalspur- und Ganzeinfach-Lösungen:

Blog → Hootsuite →Twitter

Stelle ich hier einen Artikel online, veröffentlicht Hootsuite** via RSS-Feed einen Hinweis über meinen verbundenen Twitter Account GrafDal.

Hootsuite Settings RSS
Hootsuite Settings RSS

Blog → Twitter → LinkedIn

In LinkedIn ist ebenfalls der Twitter-Account verknüpft. Die dortigen Tweets erscheinen in dort als Netzwerk-Aktivität. Über „Anwendungen“ können eigene Blogs ebenfalls integriert werden.

LinkedIn Netzwerkaktivitäten Twitter
Screen Netzwerkaktivitäten Twitter via LinkedIn

LinkedIn WordPress Anwendung
LinkedIn WordPress Anwendung

Zum Beispiel mit BlogLink von SixApart,  WordPress von WordPress. Die Blog-Einträge werden jeweils mit dem LinkedIn-Profil synchronisiert und das eigene Netzwerk so über alle Aktivitäten informiert.

Blog → Twitter

Über diverse WordPress Plugins kann  man auch direkt – ohne den Umweg über Hootsuite – twittern. Da ich bei einigen Bloggern bemerkt habe, dass sie – bewusst oder unbewusst – alle möglichen  Kanäle aktiviert haben, wird man ab und zu von Mehrfach-Tweets überschwemmt. Drum prüfe, wer die unterschiedlichen Kanäle miteinander verbindet.

Nischenprodukt

… write furthere

furthere.com
furthere.com

Vor einiger Zeit  habe ich einen Dienst namens furthere getestet. Über diesen Dienst kann man seinen eigenen – auf Twitter zum Teil recht kurzlebigen Tweets – eine digitale Ruhestätte einrichten. Aus den Tweets eines oder mehreren Twitter-Accounts wird ein Blog kreiert. Die Einträge können nachträglich editiert und um weiteren Text ergänzt werden.

Das alles funktioniert automatisch.  Heißt – man meldet sich einmal mit seinem Twitter-Account an – schraubt an den Einstellungen – und braucht sich um nichts mehr zu kümmern.

So schauts für die  Kombi hamburgschanze und GrafDal aus: http://hamburgschanze.furthere.com/

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*Auf Xing gibt es keine entsprechenden Anwendungen. Die Widgets dort beschränken sich auf Xing-Funktionen, die man in einen Blog oder eine Website einbinden kann. Hierfür muss das Xing-Profil auf öffentlich eingestellt sein. Daher verzichte ich auf Tests der Einbindung hier ;)

**Hootsuite ist so ein grandioses Tool. Das wird in einem der nächsten Artikel separat behandelt.