Der Threema-Hype: Warum wollen Facebook-User wegen des WhatsApp-Einkaufs ihre Lieblingsplattform ruinieren?

Ich oute mich.

Auch ich fand die erste Meldung über den WhatsApp-Kauf von Facebook interessant. Aber mehr im Hinblick auf  diesen absurd hohen Preis, als dass mich der neue Eigentümer whatsapp_180x120erschüttert hätte. Was wäre eigentlich die Reaktion gewesen, wenn es Google, Yahoo oder Microsoft gewesen wäre?

Ein halber Tag vergeht, und es sprießen WhatsApp-Alternativen, Ranglisten und Anfragen aus dem Boden.  Als sei WhatsApp erst nach dem Verkauf an Facebook unsicher geworden und es nicht schon immer gewesen ist.

Muss mich nochmal outen: Ich verstehe es nicht.

Threema ist der neue Star am Messenger-Himmel. Könnte man meinen, wenn man die Google App Hitparade und die Berichterstattung in den Medien betrachtet. Egal ob IT-Experten, Mobilefachleute oder sonstige Blätter – wenn sogar die Hamburger Morgenpost als Regionalblatt am 21.02.2014 titelt : WhatsApp-Alternative stürmt die Charts und damit Threema bewirbt – na – dann muss es wohl die Alternative sein.

„Die User seien mit dem Programm zufrieden, auch wenn die Nachrichten zeitverzögert ankämen und sie nur angezeigt werden, wenn Threema geöffnet sei“.  

Super Sache für einen Instant Messenger. Auch dass alte OS nicht mehr unterstützt werden,  schließt einen größeren Benutzerkreis zumindest in meinem Bekanntenkreis aus.

Aber sehen wir das doch so. Ich gönne das den Schweizer Jungs von Herzen, und vielleicht kann Google  in einigen Monaten Threema einen Milliardendeal anbieten. Bei WhatsApp konnten sie mit „nur“ 10 Mrd Dollar nicht punkten.

Update 01.03.14: Der Postillon meint das auch ;) www.der-postillon.com/2014/02/google-kauft-whatsapp-konkurrenten.html

Zurück zu meiner eingangs gestellten Frage an all die Facebook-Fans und -Jünger, die aktuell auf der Facebook-Plattform diskutieren, zu welcher Alternative man wechseln müsse:

Was passiert, wenn das alle WhatsApp-User tatsächlich tun und damit Facebook 19 Milliarden in den Sand gesetzt hätte?

Verwendet ihr auch den Facebook-Messenger nicht mehr? Darf ich euch keine Facebook-Nachrichten mehr schicken?

Muss ich zu den Alternativen wechseln:  Threema, Telegram, Surespot, Linphone, TextSecure …

Wer sich auch noch nicht sicher ist: 

 

P.S. Google+ und Hangouts gibt es auch noch. Auch wenn vielleicht die Nachricht „bin in fünf Minuten zu Hause“ nicht per asymmetrischer Kryptografie verschlüsselt wird, ist es für die Übergangszeit eine Alternative für die Unentschlossenen ;)

 

 

 

Pheed: Aus der Serie – Netzwerke – die nicht getestet werden

Gestern wurde ich auf Facebook gefragt, warum ich denn noch nicht über Pheed berichtet hätte.

Meine spontane Antwort war – dass mein Bedarf an „Socialisation“ zur Zeit gedeckt ist und ich trotz einer großen Testaffinität noch nicht mal die letzten drei Netzwerke anschauen konnte, bei denen ich mich angemeldet habe.

Da aber der Name Pheed schon einmal gefallen ist, siegte die Neugier und ich schaute mir den zur Verfügung gestellten Link etwas genauer an. Dort schreibt der Social Media Blog netzschnipsel.de das man das Netzwerk jetzt auch mobil erkunden könne Pheed goes mobile.

Den Artikel gescannt und auf den den ersten Blick erkannt:  Ich gehöre glücklicherweise nicht zur Zielgruppe. 

„[…]Seit vorgestern ist zumindest eine iOS Variante vorhanden und dem Besuch auf dem stylischen Hipnetzwerk steht nichts mehr im Wege […]“

Stylische Hipnetzwerke, die vermutlich erst durch eine iOS App stylisch werden – na ja.

Available on the iPhone App StoreEs gibt übrigens auch eine Android App, aber auf der Startseite von Pheed  prangt nur ein „Available on the iPhone“ – das ist in etwa so sexy als würde dort stehen, optimiert für Internet Explorer.

 

… und weiter im Text:

„[…]ein paar Social Media Enthusiasten sind hier anzufinden und viele Teenager, die ihr Stars und Sternchen verfolgen[…]“

Puh – Glück gehabt – weder bin ich Teenager, noch ein Star oder Sternchen, und was ein Social Media Enthusiast ist, hat sich mir bis heute nicht erschlossen.

Pheed hat den immerhin knackigen Slogan „Express yourself“ auf die übliche Social Media – „Loggedichmitfacebookodertwitterein“-Startseite gepackt – wobei doch passender wäre „Express yourself also here and here and here“  

 

Und das macht es:

  • Pheed ist eine neue Social Media Platform, die im August 2012 gestartet wurde. Auf Pheed kann man Inhalte teilen und anderen Kanälen folgen.
    (warum nur habe ich grad ein Déja vù?)
  • Das Teilen ist auf alle Dateiformate angelegt, von Sprache und Audio über Live-Übertragungen und natürlich auch Text, Photos und Videos.
  • Das, was Pheed von anderen Netzwerken unterscheiden soll, ist die Möglichkeit, dass die User ihre Inhalte monetarisieren können. Sie können ihren Pheed Channel kostenlos aber auch für eine monatliche Gebühr anbieten – zum Beispiel um „Pay-Per-View-Live-Broadcasts“ anzubieten.

Das hört sich für mich nach einer tollen Plattform für „Ruf-mich-an-Live-xxx“  an. Das dann aber total hip, stylisch und tätowiert.

Sex sells – aus dieser Richtung betrachtet, könnte Pheed tatsächlich ein tragendes Geschäftsmodell enthalten.

P.S. Nur am Rande bemerkt – das Keyvisual erweckt bei mir eher die Assoziation an martialische Vereinigungen als ein hippes stylisches Netzwerk – wohl auch eine Generationenfrage.

P.P.S: @Daniel – jetzt ist die Antwort doch etwas länger geworden, als gedacht ;)

An Facebook führt kein Weg vorbei – GrafDal gibt auf und „liked“ jetzt auch

Lange ist es mir geglückt, mich an Facebook vorbei zu mogeln. Ich habe den Versuchungen widerstehen können, die zahllose Spiele, Gewinnspiele und Fanseiten meiner Lieblingsmarken nicht zu „liken“.

Hatte mich daran gewöhnt, dass die Hälfte meiner Apps nicht richtig funktionieren, weil sie am besten via Facebook kommunizieren.

Selbst den Abschluss Fachwirtin Social Media BVDW habe ich erfolgreich ohne Account meistern können. Wer als Thema für die Diplomarbeit „die Reduzierung von E-Mail in Unternehmen …“ wählt, braucht keinen FB-Account.

Ablenkung durch Google+

Mit Begeisterung den Start von Google+ verfolgt, und seit August 2011 gecircelt und geplusst was das Zeug hält. Komplett davon überzeugt, dass ich jetzt erst recht keinen Facebook-Account mehr brauchen werde.

Manchmal kommt es anders, als man denkt.

Grund 1 – Teil des Social Media Teams 

  • Aus beruflichen Gründen wäre es jetzt albern, die alte Wette unbedingt gewinnen zu wollen. Als Teil des Social Media Teams nicht zu wissen, wie der „Feind“ funktioniert, ist absurd.

Grund 2 – E-Learning Kurs Community Management der ADWH Hamburg

  • Erschwerend kommt hinzu, dass ich am 14. März 2012 einen Kurs „Community Management“ der ADWH Hamburg begonnen habe. Was bei der Anmeldung nicht erwähnt wurde: Die ergänzenden Informationen hierzu gibt es in einer geschlossenen Gruppe … auf Facebook.

Per 15. März 2012 erkläre ich die Wette als offiziell verloren

denn seitdem bin ich auch dort zu finden. Wenn das UI von Facebook nicht so altmodisch aussehen würde, könnte ich mich fast dafür begeistern ;)

Überleben kann man im Social Web durchaus ohne Facebook, es wird einem aber nicht gerade leicht gemacht.

 

Freunde 1 und 2 am 15. März 2012

Zufälligerweise sind die Wettpartner meiner Anti-Facebook-Wette live als Zeitzeugen dabei gewesen, so dass ich dort nicht völlig ohne „Freunde“ bin.

Eindruck nach den ersten drei Tagen:

Nachdem ich beschlossen habe, mir keine Gedanken über Serverstandorte, Datensicherheit, den mir unsympathischen Betreiber der Plattform Mark Zuckerberg zu machen, gibt es jetzt ein weiteres Netzwerk, über das ich mich mit Informationen versorgen kann und meinen recht übersichtliche Anzahl an Freunden mit mehr oder weniger sinnlosen Statusmeldungen beglücken kann. Bis ich die Filter und Listen richtig eingestellt habe, werden noch einige Tage vergehen ;)

BTW – Google+ wird mein Netzwerk erster Wahl bleiben – behaupte ich jetzt einfach mal.

Google+ Einladungen für euch – nur einen Klick entfernt

Google+ Einladung annehmen

Google hat das Einladen für die Google-Plusser vereinfacht, es funktioniert jetzt mittels Linkweitergabe.

Wer es bis heute geschafft hat, ohne GooglePlus auszukommen, kann es entweder weiter verweigern oder die Einladung über den folgenden Link annehmen. Ich freue mich, euch auf Google+ zu lesen.

Invite für GooglePlus

Test MultiMi vorzeitig beendet – Fehlermeldungen während des Betriebes und der Deinstallation nervig

MultiMi – meldete sich mit dem Hinweis, dass es Probleme habe, jetzt beendet wird und sich wieder melden würde, wenn es eine Lösung für das Problem gibt.

Gut, denk‘ ich, kommunikativ die Software, zeichnet sich nur gerade nicht durch Stabilität aus.

Das Symbol für das Programm verschwand aus der Taskleiste. Trotzdem erhielt ich noch die Infos über neue E-Mails, Tweets etc. – was halt so eingestellt war. Gestern noch gedacht, schad‘ ja nix, mit dem nächsten Neustart sicher gut.

Heute Rechner gestartet, MultiMi, da noch im Autostart aktiviert, hat sich mitgestartet. Das Problem von gestern wohl schon wieder gelöst.

Um meinen betagten Rechner beim Starten nicht weiter auszubremsen, über das MultiMi-Symbol in der Taskleiste versucht, den Autostart abzustellen. Dieser Versuch wurde mit dem Hinweis quittiert, dass das wegen irgendwelcher Registry-Einstellungen nicht möglich sei. Solche Meldungen werden mit der sofortigen Deinstallation geahndet und führen zu vorzeitigem Testende ;)

Die Deinstallation über die Systemsteuerung scheint geklappt zu haben, auch wenn sich parallel dazu der Browser mit der Website von MultMi verbindet und mir diesen vertrauenserweckenden Text anzeigt:

Server Error in ‚/‘ Application.
An existing connection was forcibly closed by the remote host
Description: An unhandled exception occurred during the execution of the current web request. Please review the stack trace for more information about the error and where it originated in the code.
Exception Details: System.Net.Sockets.SocketException: An existing connection was forcibly closed by the remote host
Source Error:
An unhandled exception was generated during the execution of the current web request. Information regarding the origin and location of the exception can be identified using the exception stack trace below.
Stack Trace: […]

Schon wegen der fehlenden Google+ Unterstützung ist MultiMi nicht sinnvoll einzusetzen, es scheint viel Ressourcen zu verbrauchen und die Fehlermeldungen bringen keinen Spaß. Das war wohl nix mit der „All-in-one-Lösung“.

Doppelter Testtag: Software MultiMi für die Verwaltung des Social Life | screenr für Instant Screencasts

MultiMi

Heute morgen den Hinweis auf eine Windows Software namens MultiMi gefunden, die einem die verlorene Übersicht über die eigenen sozialen Netzwerke zurückgeben soll.

Völlig überrascht, dass es so etwas wie neue Software für Windows Computer im Zusammenspiel  mit Social überhaupt noch gibt, musste ich mir MultiMi eben installieren. Kaum gestartet, wollte ich es erst sofort wieder deinstallieren, denn unter „Social“ kann man lediglich Facebook, LinkedIn und einen Twitter-Account hinzufügen. Ein Google+ ist weit und breit nicht zu sehen. Warum ich trotzdem einen 2. Blick geworfen habe: Immerhin stehen die anderen Google-Dienste zur Verknüpfung bereit, so dass die Integration von Google+ nicht illusorisch scheint.

Screenr

Um die Auswahlmöglichkeiten nicht mittels Bildern zu zeigen, habe ich die Gelegenheit genutzt, das Onlinetool screenr auszuprobieren. Auf eine Besprechung der Screens habe ich verzichtet, ist ja nur ein Test des Onlinetools ;)

Hat man die einzelnen Kanäle Messages, Social, Events, Photos, Media, Documents mit seinen Netzwerken und Zugangsdaten befüllt, erscheinen die Inhalte recht ansprechend auf dem Bildschirm.

Auf der Homefläche werden die Message, Photos und Popular Contacts angezeigt, ebenso die nächsten Events aus dem Kalender und am unteren Bildschirmrand die Social Aktivitäten.

Bei der Eingabe der Zugangsdaten wurde  mir versichert, dass die Daten nicht auf den Servern von MultiMI sondern nur auf meinem PC gespeichert bleiben. Ich vertraue darauf, dass irgendein Sicherheitsprofi zu dieser Software seinen Senf dazugibt.

 Weiterführende Links:

Mein Weg vom Web 0.0 bis 2.0 als Digital Immigrant – vorbei an Facebook

Liebe Besucher, die Statistik dieses Blogs hat mir verraten, dass ich mehr als einen Leser habe. Ich frage mich regelmäßig, was euch interessieren könnte, wenn ihr hier gelandet seid.

Der folgende Beitrag ist für alle gedacht, die  mich nicht real, sondern nur virtuell kennen. Er erklärt die Entstehung dieses Blogs, des Themas und des Untertitels.

Das Thema scheint auf den ersten Blick zu  suggerieren- ich sei eine „Facebookhasserin“ oder „Datenschutzhysterikerin“, dem ist aber nicht so.

Ich könnte heute  darüber  schreiben, dass ich zu einer „Facebookhasserin“ werden könnte,  wenn ich weiterhin trotz rasanter DSL-Leitung ebenso so lange auf den Aufbau einer Website warten muss wie 1998.  Und nicht mein Provider hat Schuld, sondern die „Nicht“-Responsezeiten diverser Ad-Server und am besten finde ich den Hinweis in der Statuszeile des Browsers:

Warten auf face-connect!

Und das, obwohl ich mich sicher nicht  mit Facebook connecten möchte ! Nein, darüber schreibe ich heute nicht. Habe aber die  Hoffnung, dass mir jemand den Trick verrät, mit welchem Plugin (für FF, Chrome; IE, Opera)  ich diese Verbindungssuche blocken kann ;)

Und nein, ich schreibe heute auch nicht darüber, dass ich einen Reminder von Facebook erhalten habe, wieder mit dem Betreff „Gratis Gewinnspiele“, dass ich mich doch dringend registrieren sollte. Ich wärme ungern alte Aufreger auf.

Die wahre Geschichte

Heute gibt es einen kleinen Einblick in die relativ* wahre Hintergrundgeschichte, die mich zu diesem Blog führte. In meiner letzten Vorlesung zum Thema Social Media  begann der Referent (Sebastin Küpers)  mit einer netten Zeitschiene der Historie des Social Web, die er mit 1999 datierte – meine Web-Historie beginnt fast zeitgleich in 1998.

*relativ deshalb, da ich nicht mehr so ganz genau weiß, was zu welchem Zeitpunkt genau passierte.

1998 – mein erster eigener privater PC

PCs in der Leistungsklasse, die ich gern hätte, werden gerade (für mich) bezahlbar. Dank eines guten Freundes kann ich mir die Wunsch-Komponenten aussuchen, er bastelt was zusammen und lässt mich mit dem guten Stück allein.  Habe  mit Windows 95 begonnen und wechselte schnell zu Windows 98. Der erste selbständige Grafikkartentausch war ein spannendes Abenteuer.

Modem: 14.4 oder 28.8 – Der 98-PC funktioniert übrigens immer noch und dient meiner 80jährigen MA als Schreibmaschine für E-Mails und als Spieleplattform.

1999 – Dualhead-Grafikkarten begeistern mich

Zwischenzeitlich hat  Matrox die erste Grafikkarte für den Dualbetrieb unter Windows auf den Markt gebracht, was  mich begeisterte, nachdem ich das in einem Gravis-Shop gesehen hatte, wie groß auf einmal die Arbeitsfläche sein kann. Zwischenzeitlich hatte ich noch zwei weitere PCs zu einem Netzwerk verbunden, damit – wenn meine Freundinnen zu Besuch waren, wir Netzwerkspiele machen konnten. Zwischenzeitlich brauchte ich den Freund nicht mehr, um Grafik- oder Netzwerkkarten ein- oder auszubauen.

Modem: war wohl schon bei 56er angelangt – die Kosten für die Internetverbindungen stiegen mangels Flatrate ins unermessliche, denn ich entdeckte den Spaß daran, alles was neu an Messenger-, Chat- oder Communities online ging, auszuprobieren.

Ihr lieben Digital Natives  da draußen, eine Video-Konferenz mit drei Personen über eine Modem-Verbindung zu starten, war damals ein langwierigens, kostspieliges und oft nicht funktionierendes Abenteuer.

2000

iMac in Mint - Nach zwei Monate habe ich ihn wieder verkauft
iMac: So schaute das gute Stück 2000 aus.

Als es die ersten Flatrate-Angebot von der Telekom gab, war ich begeistert und um rund 200 Euro monatlich reicher. Windows-PC hatte ich drei, zwischendurch einen iMAC der ersten Generation ausprobiert, aber da der Kleine häufiger abstürzte, als die Windows-Kollegen insgesamt – habe ich den Ausflug in die Apple-Welt nach ein oder zwei Monaten abgebrochen. (Ja, vielleicht ist dass die die Ursache, dass ich danach wieder kein Apple-Produkt ausprobiert und auch kein iPhone mein eigen nenne, dieses Erlebnis hat  mich damals geprägt).

LLuna

Die erste Community, in der ich mich richtig lange tummelte war Lluna. Das besondere an dieser Plattform war:

Man konnte ein Bewegtbild von der Webcam als Avatar einbinden. Das führte regelmäßig dazu, dass die Verbindungen zusammenbrachen, aber es war neu und man konnte gemeinsam mit den anderen Usern auf der Plattform andere Websites absurfen und sich darüber austauschen.

Total lustig und Lluna war seinerzeit nicht ein Chat, in dem die erste Frage nicht jugendfrei und die zweite es schon gar  nicht war. Wir tauschten uns einfach nur darüber aus, wie man denn die verflixte Kamera zum Laufen bringt und honorierten besonders gelungene Cam-Einblendungen mit virtuellem Applaus.

Auf der Suche nach Belegen für LLuna bin ich sogar noch fündig geworden: auf dooyoo.de sind die damaligen Bewertungen nachzulesen: Testberichte zu Lluna.de

2000 – Windows 2000 – Internet-Flatrate von der Telekom

MSN Communities – später MSN Groups

Damals meldete ich mich bei fast allem an, was ein Registrierungsformular sein eigen nannte, so auch über den MSN in den seinerzeitigen Communities resp. später  Groups.

Dort konnten die User – man lese und staune, Bildergalerien anlegen und diese für Freunde freigeben. Es gab Foren zu Spezial-Themen – von Windows-Hilfe bis zu Häkel-Kreisen – die von Usern für Usern gemacht wurden. Es gab die Möglichkeit, seine Community zu gestalten, also Seiten mit oder ohne HTML-Kenntnisse online zu erstellen und zu verwalten –   (oops, war das nicht schon User Generated Content?) man konnte Freunde in die Gruppe einladen, anderen Gruppen beitreten und sich Nachrichten zukommen lassen.

Damals mit dem Helfer-Syndrom behaftet, führte ich ein oder drei Communities zu unterschiedlichen Themen und half den Besuchern bei den täglichen Problemen des Computer-Lebens;  Modems oder Netzwerkverbindung einrichten waren die größten Probleme seinerzeit. Nebenbei füllte ich den Nachrichtenbereich mit aktuellen News aus der Software-  und Onlinebranche. Als ich vom MSN Community-Team  gefragt wurde, ob ich auch unterstützend für die offizielle Hilfe-Community auf MSN aktiv sein wolle, sagte ich jubelnd „Ja“. Auf aufgebrachte User im Forum  beruhigend einzuschreiben,  entwickelte sich zu einer meiner Kernkompetenzen.

Wir befinden uns im  Jahr 2001 – Virtuelle Welten entstehen und gehen wieder unter

3D-Chats

Derweil ich also erste Erfahrungen im Community-Management sammelte,  testete ich für mich und mit Freunden gemeinsam, weiter innovative Chat- oder Community-Plattformen.

Zu diesem Zeitpunkt begann es schon schwierig zu werden, die unterschiedlichen Kontakte der unterschiedlichen Plattformen unter einen Hut zu bringen. Neben ICQ, MSN Messenger, Yahoo! Messenger und all den anderen kleinen Anbietern wäre Trillian als Aggregator eigentlich eine schöne Lösung gewesen, aber aus irgendwelchen Gründen hat mich das Programm nie wirklich begeistern können. Anyway – mit den 350 Messengerkontakten, war es eh schlauer, wenn man sich als offline anmeldete, damit man überhaupt zu etwas Produktivem am heimischen PC kommt.

Aber zurück zu den innovativen Plattformen.

Warum wohl habe ich mich gewundert, dass um Second Life in  Deutschland im Jahr 2006 so ein Wirbel veranstaltet wurde? Liegt vermutlich daran, dass ich bereits 2000/2001 als lustiger Avatar durch 3-D-Welten lief, mir Wohnungen einrichtete, Besucher empfangen konnte (mein 2. virtueller Besucher von dort  sitzt jetzt sogar seitdem auf einem realen Sofa in unserem gemeinsamen  Wohnzimmer), in anderen 3-D-Welten konnte man ganze Universen erobern in der Cyberworld sogar heiraten.

eigener Screenshot: Cybertown Cafe in 2001

2001 – 2003

Parallel konnte ich mein Hobby zu meiner Arbeit machen. Ein interner Wechsel in der Firma ließ mich fortan das Intranet konzipieren und betreuen.

Meine Begeisterung für das Internet war weiterhin ungebrochen, obschon die ersten Zeichen mich aufmerken ließen, dass nicht alles so nett und unkommerziell weitergehen kann. Vermehrt wollten Leute Geld im Internet verdienen, andere schalteten dusselige Banner auf ihren Community-Seiten und die Affiliate-Programme schossen wie Pilze aus dem Hyper-Boden.

Nachdem mir die Chatter-Welten unsympathischer wurden, da nicht mehr der technische Austausch sondern die Partnersuche in den Fokus traten, habe ich die Chat-Geschichten nicht mehr intensiv weiterverfolgt.

Habe mich auch aus den Communities zurückgezogen, um mich mehr um meine zahlreichen, unkommerziellen und damit völlig überflüssigen Websites gekümmert. Das CMS der Firma Data Becker – Web-to-Date 1.0 – hat mich seinerzeit begeistert, da es für ganz kleines Geld sehr viele Funktionen hatte, die bei anderen großen CMS nicht „out-of-the-Box“ vorhanden waren.

Und wieder schlug das Helfersyndrom zu: Als mich jemand fragte, ob ich eine Hilfe-Community für eben diese Software  mit aufbauen möchte, habe ich „Ja“ gesagt. Die Moderation dort war angenehm. Dank eines hervorragenden Community-Managers wurde dieses Forum sehr erfolgreich und sogar von Data Becker als Anlaufstelle für kostenlosen Support angegeben. Aus Zeitgründen musste ich dort leider nach zwei Jahren sämtliche Aktivitäten niederlegen.

Die Software gibt es zwischenzeitlich in Version 7.0 – ich bin bei 6.0 hängengeblieben, da mich WordPress mehr begeistert.

Kleine Aktivitätenpause online

Genug von Chats, Websites, Foren habe ich das Internet eine zeitlang nur als Spielekonsole und unersetzbaren Begleiter gesehen. Ich wusste seinerzeit schon nicht mehr,  wie ich zehn Jahre zuvor jemals eine Rechnung bezahlt habe. Beruflich habe ich zwischenzeitlich für meine Kollegen, die bis dato kein Internet zur Verfügung hatten, Internet-Einsteiger-Schulungen gehalten.

Habe verfolgt, wie die damaligen Suchportale nach und nach in Google oder verdrängt wurden. Ich erinnere mich kurioserweise noch genau daran, wie ich das erste Mal den Link über ein Messenger-Programm erhalten habe mit den Worten: Schau mal, das ist doch mal eine coole Suche.

Del.icio.us –  Social Bookmarking  -das Orginal

Delicious is social bookmarkingDem geschuldet, dass ich eine umfangreiche Favoritensammlung daheim und in der Firma hatte, war ich natürlich begeistert, von del.icio.us zu erfahren. Für  mich ist und war es damals nur eine Lösung, von überall Zugriff auf  die eigenen  Favoriten zu haben. Ist natürlich eigentlich völliger Nonsens, da ich dort in den seltensten Fällen etwas nachschlage, aber durch die Social Media-Thematik ist aus einer schnöden Linksammlung ein Social Media Tool geworden. Tag-Wolken gabs dort übrigens auch damals schon.

Ende 2003 – die ersten Blogaktivitäten

Zwischendurch habe ich neben den statischen Websites noch das Bloggen ausprobiert. Meine erste eigene WordPress-Installation hat mich Nächte der Verzweiflung gekostet. Ich wusste zwar, was ein FTP-Server ist,  aber was das so mit MySQL auf sich hat, war mir nicht so sicher. Aber dank der Online-Manuals hat auch das geklappt.

Nachdem der Blog stand, konnte ich mich stundenlang  mit den verschiedenen Templates befassen – der Designwechsel war damals noch etwas komplizierter, der Spaßfaktor  nicht so hoch wie heute. Meine ersten Blogbeiträge datieren vermutlich von September 2003. Dieser Blog hat diverse Umzüge und Umbenennungen überlebt und hängt jetzt auf einer 1&1-Wordpress-Standard-Installation fest.

2004 – Facebook erwacht

Facebook erblickt das Licht der Welt. Nachdem ich nicht auf SchülerVZ (zu alt) StudiVZ (nicht studiert) – MySpace (interessiere mich nicht für Musik) angemeldet war, lese ich ab und zu etwas über Facebook und frage mich; anmelden, nicht anmelden, anmelden, nicht anmelden.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mich nicht irgendwann mit irgend einem Alias angemeldet habe, und einfach nur die Zugangsdaten verdaddelt habe.

Ein Schnelldurchlauf von Facebook von 2004 bis Oktober 2010 ist auf der Wirtschaftswochen zu finden: Der Aufstieg von Facebook

2005 Beitritt openBC – jetzt Xing

openBC jetzt Xing
Logo-Quelle: Wikipedia.org

Da ich grundsätzlich den neuen Medien nicht abgeneigt bin, probierte ich openBC (jetzt Xing)  aus. Meldete mich an, suchte nach Schulkameraden deren Namen mir noch  einfielen und wurde tatsächlich bei dem einen oder anderen fündig. Habe den Account ansonsten einfach Account sein lassen.

Erst einige Jahre später – also jetzt, finde ich es grandios und aucht  etwas unheimlich, dass man irgendwie mit jedem über irgendwelche Wege verbunden ist.

2006 bis 2008

Das Internet beginnt  mich punktuell  zu nerven. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen, da ich einfach Webspace verbrauche, ohne Geld damit zu verdienen. Sinnloser Zeitvertreib, Ressourcenverschwendung. Wenn man in Foren reinschaut, die sich mit Website-Themen befassen, folgt irgendwann die Frage, wie optimiere ich für Google, wie werde ich ein erfolreicher Affiliate, wie schaffe ich es möglichst viele Besucher auf meiner Seite zu haben. Mein Helfersyndrom zeigt Ermüdungserscheinungen.

Ich mache eine „neue-Techniken-sind-mir-schnurzegal-“ und „lasst mich doch einfach in Ruhe Sims3-Spielen-Phase“ durch.

Vom engeren Freundeskreis werde ich zwischenzeitlich als altmodisch bezeichnet, wenn ich zaghaft anrege, dass man durchaus im Restaurant versuchen kann, sich zu unterhalten, anstatt auf das Mobiltelefon zu starren oder zu tippen. Der Hinweis, dass man auf eine SMS nicht sofort antworten müsse, wird mit einem entsetzten Blick quittiert. Auch hier muss ich kurz einmal wieder zurück in die Geschichte. Denn als ich …

… 1995 mein erstes Mobiltelefon mein eigen nannte, wurde ich verständnislos angeschaut;  wozu zum Teufel man denn so etwas brauche. Auch dass ich die nächsten 5 Jahre jeweils das von Connect als „bestes Handy der Welt gekürte Telefon“ sofort haben musste, wurde  nicht verstanden. Die gleichen Leute verstehen jetzt nicht, dass ich das Mobiltelefon auch einfach auf lautlos stellen kann.

2007 – iPhone

Immer auf der Suche nach dem ultimativen Mobiltelefon sehe ich die ersten Ankündigungen für das iPhone. Das muss ich haben, denk ich, hört sich großartig an. Dann  kommt es raus – und ich kaufe es nicht. Nicht wegen des schlechten Erstkontakts mit dem iMac, nicht weil es ungefähr wieder die Größe meines Briketts von 1995 hat, nein, es ist der Vertragsbindung mit der Telekom, die ich seit 2001 konsequent verweigere und als Nebenerscheinung hat das Teil noch nicht mal ein normales Radio.

2008 – Twitter

Jetzt geht es Schlag auf Schlag – nachdem ich es in jungen Jahren versäumt habe, zu studieren, möchte ich noch mal die Schulbank drücken. Über die „dda Deutsche Dialog Akademie“ absolviere ich den Studiengang Fachwirtin Online Marketing.

Dort lerne ich zahlreiche Digital Natives kennen, die perfekt einhändig simsend über die Straße laufend SMS schreiben können und sich lustig darüber unterhalten, wie cool dieses oder jenes YouTube-Video ist. Ein Kommilitone hat mich begeistert. War firm mit allen Maßnahmen im viralen Marketing, aktiv bei der Planung von Guerrilla-Marketing-Aktionen dabei und ohne großes Gewese auf Twitter aktiv.

Twitter? Microblogging? Der Dienst, bei dem ich mich zwar anmeldete, ich habe befand, ok – Dalila – man muss auch akzeptieren können, dass es Dinge gibt, die man ab einem gewissen Alter nicht mehr machen muss.

Im Zuge des Studiums und der folgenden Projektarbeit habe ich etwas mehr über Twitter erfahren. Die Zugangsdaten von damals wiedergefunden – und geschaut, ob es Bekannte gibt. Einen Freund dort würde ich sicher finden, da war ich mir sicher. Als ich dort in seinen Followern stöberte, entdeckte ich – meinen Partner (vom realen Sofa) – der ansonsten jeglichen Social Media Trends so abgeneigt ist, dass uns schon fast die Gesprächsthemen ausgehen. Zur Rede gestellt, was machst du dort? „Ich guck‘ nur nach Infos was die und die Firma so treibt – „… Das war das erste Schlüsselerlebnis: Information, in Echtzeit, direkt und ohne Streuverlust.

Das zweite Schlüsselerlebnis, das mich zum Twitter-Sympathisanten machte:

Irgendwann morgens, sitze verträumt vor der Timeline, erscheint eine Meldung von einem Earthquake in sonstwo. Ich schaue in den bekannte Onlinemedien und Newsmagazinen /Tagesschau, ZDF, Google News, CNN, N24/ ob das eine echte Meldung ist. Es häufen sich die Meldungen auf Twitter, in den Nachrichten nichts – dort erscheinen die Meldungen mit ziemlicher Verzögerung – das hat mich fasziniert.

2009 – Konzentration auf Online-Zahlungssysteme

Abschluss zur Fachwirtin Online Marketing mit der Abgabe der  Diplomarbeit „E-Payment-Systeme: Entscheidungsgrundlagen für Händler im E-Commerce für die Auswahl von Online-Zahlungssystemen.“ Interessante Leute kennengelernt und ein Diplom in der Tasche.

2010 – Begeisterung für alles im Web- außer Facebook – ist wieder da ;)

Noch immer nicht auf Facebook, obschon es die halbe Kollegenschaft ist, der Bekannten- und Freundeskreis sowieso. Zumindest diejenigen, die überhaupt online in irgendeiner Form aktiv sind. Online-Junkie M. aus Z.  meint, ich müsse mich auf Facebook registriere, er brauche unbedingt mehr Freunde. Meine Erklärungen (siehe oben) werden vom Tisch gewischt, alles Quatsch – und überhaupt – irgendwann müsste ich mich anmelden, da führe kein Weg drumrum.

Mein lieber Freund M. aus Z.  kennt mich zwar gut, aber konnte nicht ahnen, dass ich extrem widerspenstig auf „man muss irgendwas“ reagiere. Die „Wette“ gilt. Um es Social Media gerecht zu präsentieren, startete ich diese Blog  – und um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, habe ich mich für den Studiengang Social Media bei der DDA angemeldet.

Mehrere Identitäten auf Twitter

Auf Twitter bin ich mit zwei Konten aktiv – nicht um zu verwirren oder zu verschleiern, sondern um die Follower etwas zu „entwirren“.

Ein Stadtteil-Account @hamburgschanze – passend zum  Blog blog.hamburg-schanze.de

Der Social-Media-Account @GrafDal,  den ich ursprünglich angelegt hatte, um Kollegen zu demonstrieren, was Twitter ist und ihnen hierüber Infos zukommen lassen konnte, um bei dem Aufbau der Social Media Strategie zu unterstützen. 

Diverse Twitter-Gurus bezeichnen das Nutzen mehrerer Accounts als unprofessionell – ich möchte meinen Social Media-Folgern aber die Stadtteil-Infos nicht zumuten und andersrum den Schanzenviertel-Folgern nicht mit den Social Media Infos den Tag verderben.

Was ist deine/ihre Meinung zum Thema mehrere Twitter-Accounts? Gern über die Kommentarfunktion mitteilen!

2011 – Social Media im neuen Gewand

Dieses Jahr habe ich damit begonnen, mich  intensiver mit der Geschichte des Internets, dem Web und den Auswirkungen auf die Gesellschaft zu beschäftigen. Lese gerade das nicht neue, aber trotzdem interessante Buch von Tim Berners-Lee „Der Web-Report„, und fand einige Ansätze in Nicholas Carrs Buch „Wer bin ich, wenn ich  online bin – und was macht mein Gehirn solange“ interessant.

Und – ich bin auf der Suche nach einem spannenden Thema für die Diplomarbeit zum Thema Social Media. Vorschläge über die Kommentarfunktion sind willkommen. Wenn ich ein Thema übernehme, verschenke ich die beiden oben genannten Bücher an den Ideenspender.

Update 09.07.2011: Die Arbeit ist geschrieben – das Thema das ich mir ausgesucht habe: „Lösungsansätze zur Reduzierung der E-Mail-Kommunikation in Unternehmen durch Social Software“. Bin gespannt, was es für eine Note wird.

Zusammengefasst:

Ich bin nicht auf Facebook, weil ich noch keinen Grund dafür gefunden habe.

  • Ich bin bekennender Online-Junkie
  • Ich kann das Smartphone abstellen
  • Ich telefoniere nicht im Restaurant
  • Ich habe keine speziellen Datenschutzbedenken bei Facebook
  • Ich weiß was ich dort verpasse, denn ich höre täglich
    • „hab gar keine Lust mehr auf Facebook, zu anstrengend“,
    • „meine Pinnwand ist zu voll“,
    • „hab gerade meinen Arbeitgeber disliked“ ….
  • Ich bin kein Social Media-Verweigerer
  • Ich habe kein iPhone – aber nur weil es einige Funktionen nicht hat, die ich gern hätte und den Satz „App für iPhone und iPad“ finde ich schon fast diskrimierend
  • Ich muss nicht auf „Gefällt mir“ klicken
  • Ich bin genervt, wenn ich auf „face-connect“ warten muss
  • Ich frage mich, ob ein Digital Native weiß, dass es ein Online-Leben neben Facebook, Google und YouTube gibt
  • und nein – ohne Computer ist man früher nicht ins Internet gekommen.
  • Ich freue mich auf den Service, der nach Facebook kommt, damit ich endlich mal was wirklich Neues ausprobieren kann ;)

Jetzt seid ihr dran: Wie sind eure Erstkontakte gewesen? Könnt ihr euch noch an die Zeiten vor Google erinnern?

Wenn ihr bis hierin komplett gelesen habt, habt ihr rund 3000 Wörter am Stück gelesen – Respekt. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht.

Was Nicolas Carr-These widerspricht, dass der moderne Mensch keine langen Texte mehr am Bildschirm lesen will oder kann ;)

Update 09.07.2011: Seit Donnerstag, 05.30 am bin ich auf Google+ und bin (noch) begeistert. Aber diese Geschichte erzähle ich erst später …

L’Oreal auf Facebook – gefällt mir nicht

Beispiel für eine verfehlte Kundenansprache oder einfacher – so werde ich kein (Facebook)-Fan.

Normalweise gefallen mir die  die L’Oreal-Newsletter, hübsch grafisch aufbereitet und die eine oder andere Produktinformation findet sich auch. Doch dieser Newsletter ist anders.

Der erste Teil beginnt wie gewohnt mit einer netten Ansprache. Doch schon im zweiten Satz die Einladung zu Facebook. Wie soll ich das verstehen? Genügt es nicht mehr, den Newletter zu erhalten, muss ich mich jetzt auf Facebook anmelden, um aktuelle Informationen rund um die Produkte zu erhalten?

L'Oreal Newsletter
L'Oreal Newsletter - Part 1

Ich widerstehe der Versuchung sofort L’Oreal auf Facebook zu besuchen!

Also kein Klick  auf die Schaltfläche „f Jetzt besuchen!“ sondern ich lese weiter:

Vom Sie zum Du
Newsletter Part 2

L’Oreal hat offensichtlich einen Social Media-Berater der zur Fraktion gehört  „auf Facebook muss geduzt werden“. Grundsätzlich bin ich dem „Duzen“ nicht abgeneigt, aber doch bitte nicht mit „Liebe Frau Graf“ beginnen und zwischendurch der Ansprachewechsel „Werde das Gesicht von sublime Mousse“.

Impliziert bei mir wahlweise;

  • da hat jemand nicht nachgedacht,
  • schlampig getextet,
  • das CRM kommt mit Facebook nicht zurecht
  • oder nur Teenies und Twens sollen mit der  Modelaktioan angesprochen werden.

Am Schluss wieder der förmliche Wunsch, „Empfehlen Sie unseren Newsletter weiter!“ – Nö – denk ich, ich besuche auch niemanden auf Facebook und Fan werde ich schon gar nicht  …

Wenn schon duzen, hätte mich ein entsprechender Hinweis gefreut, im Sinne von: „Liebe Frau Graf, L’Oreal ist auf den Social Media Facebook-Zug aufgesprungen, wir haben uns entschlossen, auf Facebook zu duzen, wundern Sie sich also nicht …“

Da ich diese Woche  an mehreren Diskussionen zum Thema „Du oder Sie auf Facebook, Twitter & Co“ beteiligt war, habe ich heute diesen Newsletter als Live-Beispiel herausgesucht,  nutze die Gelegenheit zu schauen was L’Oreal mir als „Nicht-Facebookerin“ auf Facebook zeigt  und klicke auf den „Jetzt besuchen!“-Link:

Kaum angekommen soll man schon Fan werden
Gerade auf der Seite gelandet und soll auf Gefällt mir klicken?

Der Link aus dem Newsletter ist direkt mit einer Begrüßungsseite verknüpft. Die Aufforderung – Klicke auf Gefällt mir und werde Fan – sieht etwas verzweifelt aus – und mir erschließt sich nicht, was der Anreiz sein soll, auf „Gefällt mir“ zur klicken. Aus welcher Mafo kam der Tipp, einen Pfeil nach oben zu malen, damit der zukünftige Fan auch wirklich die „Gefällt mir“-Schaltfläche findet?

Den Du/Sie-Wechsel im Newsletter habe ich grade verkraftet.  Jetzt mein Lieblingstext „Herzlich willkommen“.  Freue mich, dass dieser Privat-Homepage-Einstiegssatz aus den 90er-Jahren noch seine Fangemeinde hat und hier richtig geschrieben wurde  – kommt selten genug vor –  lasse den Blick schweifen und finde doch noch  das übliche „Herzlich Willkommen“

Klugschwätzer-Modus on: „In Fügungen wie Herzlich willkommen! oder Seien Sie willkommen! schreibt man willkommen klein, da es hier als Adjektiv verwendet wird. […] Quelle: Duden, 25. Auflage, Seite 1179 Klugschwätzer-Modus off

L’Oreal hat natürlich mehrere Seiten und -Überraschung – auch ein Gewinnspiel/Voting im Facebook-Portfolio. Grandios finde ich die Seite  mit den Fotos für den  Modelcontest und das „vote for Renate“ – wer auch immer Renate sein mag. Ich vermute, sie wird das Traummodel für „sublime Mousse by Casting“. Auch dieser Anreiz reicht nicht, damit ich auf „Gefällt mir“ klicke. Erhöht das mehrfache Hochladen eines Fotos die Gewinnchancen?

Vote für Renate
Vote für Renate

Wissen die zukünftigen Gesichter von „sublime Mousse“ , dass auch ich ihre Sedcard* sehen kann, die weder Fan von L’Oreal noch überhaupt auf Facebook ist ?

Täglich auf der Suche nach einem Grund, Facebookerin zu werden, hat mich der L’Oreal-Newsletter und der Facebook-Auftritt  nicht überzeugt. Ich warte weiter …

*Sedcard schreibt sich tatsächlich mit „d“ und nicht mit „t“