Ich wünsche mir den Pony-Express zurück. DHL kann das mit den Paketen einfach nicht.

Hat man keine echten Probleme und möchte sich nur mal wieder über etwas ärgern, gibt es heute einen kostenlosen Tipp von mir. Einfach mal was bestellen, was zu groß für die Packstation ist und schauen, was das internationale und professionelle Logistikunternehmen DHL dazu beiträgt, dass man sich den Pony-Express zurückwünscht. Mein Dank geht übrigens an Google.  Das Google-Doodle vom 14. April 2015 -(155 Jahre Pony-Express) –  vertreibt die Wartezeit – auf das irgendwo in der Logistik diese Weltunternehmens hängengebliebene Paket.

Google Doodle Pony Express

Doch der Reihe nach:

Mittwoch, 8. April 2015

16:28 Uhr Es fing alles perfekt an. Am 8. April erhalte ich eine Versandbestätigung mit einer Sendungsnummer.

17:58 Uhr Knapp anderthalb Stunden später wird das Paket bereits im Start-Paketzentrum in Köngen bearbeitet. Ich erhalte eine E-Mail, in der mir als voraussichtlicher Liefertermin Freitag, der 10. April 2015 angekündigt wird inklusive dem erfreulichen Angebot, dass ich auch einen Wunschtag aussuchen könne.

18:40 Uhr Erfreulich, DHL nimmt meinen Wunschtag – Samstag, den 11. April an.

Donnerstag, 9. April 2015

Sendungsauskunft sagt nix mehr, muss sie auch nicht, Paket hat noch zwei Tage Zeit.

Freitag, 10. April 2015

02:57 Uhr Mein Paket ist in Hamburg angekommen, Köngen ist wohl doch etwas weiter weg. “Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet”. Ziel hört sich gut an. Kann nicht mehr so weit weg sein.

Um dieses Paket am Wunschtag nicht zu verpassen, ist ja schließlich kein Wunschtermin, sondern nur ein Tag, kurzerhand die Samstagseinkäufe auf Freitagabend gelegt. Der geplante Besuch beim Recyclinghof am Samstag wird so weit vorverlegt, dass wir rechtzeitig vor der ETA wieder zu Hause sein werden. Mit Unterstützung der Sendungsverfolgungsseite www.parcello.org konnte ich ermitteln, dass meine Straße Samstags zwischen 11:00 und 14:30 beliefert wird. Normalerweise, also wenn der Fahrer es während seiner Arbeitszeit schafft.

Samstag, 11. April 2015

07:50 Uhr Sehr früh beim Recyclinghof gewesen, und um 8:30 Uhr wieder zurück. Vielleicht irrt Parcello und DHL fährt mal andersrum und beginnt früher. Weil, parcello irrt sich ganz sicher, denn nach Eingabe der Sendungsnummer wird mir als ETA Montag, der 13. April angezeigt. Das ist definitiv nicht mein Wunschtag. Da traue ich doch lieber der DHL Sendungsverfolgung, die mir weiterhin tapfer anzeigt: Zustellung am Wunschtag 11. April 2015.

9:40 Uhr Jubel bricht aus. In Hamburg-Altona – sozusagen einen Steinwurf entfernt, wird die Sendung in das Zustellfahrzeug geladen. Die Wartezeit dehnt sich ins unendliche. So gegen 12:00 wird mir vom Außenposten mitgeteilt, dass ein DHL-Wagen schon länger in der Straße steht. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir eine interessante Arbeitsweise: Wagen hinten aufmachen, zwei bis drei kleine Pakete,  passen locker unter einen Arm, herausnehmen, Wagen wieder schließen. Erst die rechte, dann die linke Tür. Die Straße 50 Meter zurück gehen – mit leeren Händen zurückkommen – Wagen wieder öffnen – und wieder von vorn. In Anbetracht der Größe des Wagens und der sehr kleinen Pakete keimt bei mir der Verdacht, dass der Zusteller es in dieser Geschwindigkeit nicht mehr während der Zustellzeit zu meiner Haustür schafft. Ich verdränge den Gedanken, denn – hey, ich habe einen Wunschtag auswählen dürfen und die Sendungsauskunft lügt doch nicht.

13:30 Uhr Der DHL-Zusteller puzzelt noch immer  mit den Päckchen herum, ich muss jetzt wegen eines anderen Termins das Haus verlassen – mein Paketwächter muss weiterhin leider die Wohnung hüten. Ist drinnen zwar nicht so sonnig wie draußen, aber manchmal muss man Prioritäten setzen.

17:30 Uhr Bin etwas enttäuscht, dass mein Paketwächter nicht zwischendurch die erfreuliche Nachricht “Paket ist angekommen” sendet. Er weiß doch, wie sehr ich warte. Konnte er nix für – denn es kam nix. Die Sendungsauskunft hat sich zwischendurch auch nicht bewegt.

19:00 Uhr Wieder mal Blick in die Sendungsverfolgung. Dort steht jetzt was!

???

15:35 Uhr “Die Sendung wurde zurückgestellt. Die Zustellung erfolgt voraussichtlich am nächsten Werktag”. Ein Blick in die FAQ von parcello.org verrät mir, dass das Paket aus Platzgründen gar nicht erst in den Wagen gekommen sei – passt nicht zum Text von 9:40 Uhr.

Kann man nichts machen, isso. Nächster Werktag wäre für mich …

Montag, der 13. April

gewesen. Nächster Werktag heißt für mich auch, ich muss eigentlich zur Arbeit. Diesen Montag musste ich aber noch auf einen Handwerker warten.  Habe ihn die Wohnung gelassen und gebeten, auf die Klingel zu achten – könnte ja ein Paket sein. Geklingelt hat niemand – wieso auch? Denn am Montag, den 13. April schweigt sich DHL komplett aus. Ist vielleicht ein Ausnahmewerktag.

Dienstag, 14. April 2015 – drei Tage nach Wunschtermin

Kann leider nicht täglich erst mittags zur Arbeit. Gibt ja auch  keine Warteschuld – sondern ich Naivling halte das noch für eine Bringschuld des international und professionellen Logistikunternehmens namens DHL, eine Sendung von A nach B zu bringen und womöglich auch noch zuzustellen.

11:09 Uhr Meine DHL App spricht wieder mit mir. Die Sendung wird wieder in das Zustellfahrzeug geladen, diesmal offenbar wirklich.

15:20 Uhr Diesen Status verstehe ich nicht. “Es erfolgt ein 2. Zustellversuch”.  Auch die FAQ auf parcello.org hilft mir nicht wirklich weiter: “Die Information, dass das Paket nun zum zweiten Mal zugestellt wird.”

Da es ein Status ist, liest es sich wie: Heute am Dienstag, war bereits der 2. Zustellversuch. Da aber “erfolgt” und nicht “erfolgte” geschrieben wird, könnte man es auch so deuten, dass noch ein weiterer, der 2. erfolgen wird. Aber vielleicht habe ich auch morgen einfach eine Karte im Briefkasten, das mein Paket im Nirvana abgestellt wurde, oder womöglich bei der Post. Große Pakete durchs Schanzenviertel zu schleppen – na ja – wie ich eingangs erwähnte, wenn man keine echten Probleme hat …

Sendungsverfolgung

Fortsetzung folgt …

 

 

 

Android Wear am Arm – das möchte ich haben

androidwearIn letzter Zeit habe ich festgestellt, das ich außer einem Tablet, einem Smartphone einem Notebook und einem old-fashioned PC eigentlich gar nichts mehr an Gadgets vermisse.  Verpasse zwar häufig irgendwelche Benachrichtigungen, weil ich nicht aufs Telefon schaue oder es abgestellt ist und die Push-Nachrichten in den meisten Apps sind deaktiviert.

Funktioniert ganz gut. Aber seit heute steht etwas auf meiner Wunschliste. Eine Armbanduhr, mit der ich sprechen kann – darauf warte ich seit Enterprise-Zeiten. Wer sich fragt, wer das braucht –  natürlich niemand. Ich werde es praktisch finden, wenn ich mein etwas zu großes Smartphone einfach in der Tasche lassen kann und mir die Uhr am Handgelenk den Weg weist.

Schaut euch die Funktionen an, in diesem Video werden die Möglichkeiten gezeigt.

KLM und ich sind keine Freunde mehr – Lockangebote dieser Art sind unter dem Niveau von KLM

Selten lese ich Newsletter, auch nicht die von mir abonnierten. Am Sonntag, entspannt vor dem Fernseher,  habe ich doch einmal den Tab “Werbung” in Gmail geöffnet und fand den Newsletter von KLM, mit tollen “Sonderangeboten”.

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Da wir im September nach New York fliegen möchten, fand ich den Hinweis auf New York ab € 549,00 auf jeden Fall spannend und klickte auf den Link im Newsletter.

Ihr kennt das, Reisedaten und so eingeben, nach Rücksprache mit dem Reisepartner das angezeigte Angebot total super gefunden, KLM Vielfliegerzugangsdaten rausgesucht, Kreditkarte gezückt, Sitzplätze ausgesucht, keine Storno- oder sonstigen Versicherungen ausgewählt – nach dem Motto, entweder wir fliegen oder Pech gehabt und dann das:

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Anstatt der sich über einige Dialoge angezeigten 1.358,32 € hat sich plötzlich der Tarif geändert und wir mögen doch bitte die 1.500,32 € akzeptieren.

???

Ich muss gestehen, selbst als bekennender KLM-Fan finde ich das dreist und es war auch noch extra ärgerlich, weil mein Reisepartner eh schon keine gute Meinung von KLM hat und das seine Sicht auf KLM bestätigt.

Ich konnte diese plötzliche Tariferhöhung spontan nicht sinnvoll erklären. Würde ja bedeuten, wir hätten jetzt Plätze reserviert für einen Flug, den in den vergangenen fünf Minuten zig andere Leute ebenfalls buchen wollten, oder was auch immer die Ursache gewesen sein mag.

Ich also den Vorgang abgebrochen. Browser gewechselt. Geschaut, was mir von KLM vorgeschlagen wird, wenn ich nicht eingeloggt wird.

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KLM_4 Ach, da gibt es ja noch das Angebot für 1.328,52 € – ist ja großartig. Nochmal alle Daten eingegeben, diesmal auf die Sitplatzauswahl verzichtet, wir müssen ja schnell sein, sonst sind die Tickets wieder weg. KLM_5 KLM_6

Die Freude währt nur kurz. Okay  – ich gebe zu, ich habe nichts anderes erwartet. Selbstverständlich ist dieser Tarif just in dieser Sekunde auch wieder nicht verfügbar. Das Spiel habe ich noch zwei Mal wiederholt. Stets kam das günstige Angebot mit exakt den selben Flügen, das sich kurz vor Abschluss erhöhte.

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Jetzt könnte sich der geneigte Leser fragen, was mache ich so ein Aufhebens um
€ 150? Ich würde es halt ehrlicher und transparenter finden, auf psychologische Tricks zu verzichten und solche Lockangebote kleinen Firmen überlassen.

Während ich dies schreibe, erhalte ich eine weitere E-Mail von KLM:

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Habe natürlich zur vollständigen Dokumentation auch auf diesen Link geklickt. Das Angebot liegt jetzt bei 1.420,60 €. Der Hinflug soll jetzt mit zwei Stopps erfolgen. Das war nicht das, was ich wollte, das KLM Buchungssystem scheint zur Zeit etwas unsortiert zu sein.

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Das ist deshalb zwar keine echte Alternative, weckt aber spontan meine Neugier, was am Ende des Buchungsvorgangs passiert. Und – Überraschung

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1.562,00 €Honi soit qui mal y pense. Das sitze ich jetzt aus. Im Zweifel fahre ich mit dem Fahrrad – irgendwas geht ja immer ;)

Deutsche Gesellschaft für Technologie im Marketing (DGTM) e.V. – jetzt geht’s los

Ihr habt von der Deutschen Gesellschaft für Technologie im Marketing (DGTM) noch nichts gehört? Kein Wunder. Die Gründungsversammlung für den Verein war gestern, am 10. April 2014.

Gestern wurde der Vorstand gewählt und wir Gründungsmitglieder haben über die zukünftigen Aktivitäten abgestimmt. Neben dem Aufbau von Know-how, Austausch zu Best Practises wird eine Kernaufgabe die Förderung von kompetenten Marketing-Nachwuchses sein. Weitere Infos folgen, sobald es weitere Infos gibt.

Jetzt muss der Verein erst ordnungsgemäß ins Vereinsregister eingetragen werden. Ich freue mich auf die zukünftigen Aktivitäten.

Der Threema-Hype: Warum wollen Facebook-User wegen des WhatsApp-Einkaufs ihre Lieblingsplattform ruinieren?

Ich oute mich.

Auch ich fand die erste Meldung über den WhatsApp-Kauf von Facebook interessant. Aber mehr im Hinblick auf  diesen absurd hohen Preis, als dass mich der neue Eigentümer whatsapp_180x120erschüttert hätte. Was wäre eigentlich die Reaktion gewesen, wenn es Google, Yahoo oder Microsoft gewesen wäre?

Ein halber Tag vergeht, und es sprießen WhatsApp-Alternativen, Ranglisten und Anfragen aus dem Boden.  Als sei WhatsApp erst nach dem Verkauf an Facebook unsicher geworden und es nicht schon immer gewesen ist.

Muss mich nochmal outen: Ich verstehe es nicht.

Threema ist der neue Star am Messenger-Himmel. Könnte man meinen, wenn man die Google App Hitparade und die Berichterstattung in den Medien betrachtet. Egal ob IT-Experten, Mobilefachleute oder sonstige Blätter – wenn sogar die Hamburger Morgenpost als Regionalblatt am 21.02.2014 titelt : WhatsApp-Alternative stürmt die Charts und damit Threema bewirbt – na – dann muss es wohl die Alternative sein.

“Die User seien mit dem Programm zufrieden, auch wenn die Nachrichten zeitverzögert ankämen und sie nur angezeigt werden, wenn Threema geöffnet sei”.  

Super Sache für einen Instant Messenger. Auch dass alte OS nicht mehr unterstützt werden,  schließt einen größeren Benutzerkreis zumindest in meinem Bekanntenkreis aus.

Aber sehen wir das doch so. Ich gönne das den Schweizer Jungs von Herzen, und vielleicht kann Google  in einigen Monaten Threema einen Milliardendeal anbieten. Bei WhatsApp konnten sie mit “nur” 10 Mrd Dollar nicht punkten.

Update 01.03.14: Der Postillon meint das auch ;) www.der-postillon.com/2014/02/google-kauft-whatsapp-konkurrenten.html

Zurück zu meiner eingangs gestellten Frage an all die Facebook-Fans und -Jünger, die aktuell auf der Facebook-Plattform diskutieren, zu welcher Alternative man wechseln müsse:

Was passiert, wenn das alle WhatsApp-User tatsächlich tun und damit Facebook 19 Milliarden in den Sand gesetzt hätte?

Verwendet ihr auch den Facebook-Messenger nicht mehr? Darf ich euch keine Facebook-Nachrichten mehr schicken?

Muss ich zu den Alternativen wechseln:  Threema, Telegram, Surespot, Linphone, TextSecure …

Wer sich auch noch nicht sicher ist: 

 

P.S. Google+ und Hangouts gibt es auch noch. Auch wenn vielleicht die Nachricht “bin in fünf Minuten zu Hause” nicht per asymmetrischer Kryptografie verschlüsselt wird, ist es für die Übergangszeit eine Alternative für die Unentschlossenen ;)

 

 

 

DHL Express mobbt mich – die Ersatzlieferung wird nur scheinbar zugestellt

2013-10-23-10-12-45_TANNachdem das erste Kapitel meiner “Expresslieferung” vermeintlich gut ausging – Amazon entschuldigt sich für einen Fehler, der von DHL gemacht wird, veranlasst gestern umgehend eine Ersatzlieferung und bringt sie rechtzeitig auf den Weg, so dass der angekündigte Liefertermin 23.10.2013 lautet, erhalte ich am 23.10. um 9:00 eine SMS mit einer TAN.

Um 9:47 Uhr bin ich bei der Packstation, ziehe die Karte durch, gebe die TAN ein – das Fach öffnet sich und ich sehe das:

Expresslieferung ohne Sendung
Expresslieferung ohne Sendung

 

Ich sehe genau das, nämlich nichts in dem Fach. Ich würde mir die Geschichte  nicht glauben, wenn ich nicht dabei gewesen wäre.

Ich rufe wieder bei der Hotline an. Die Mitarbeiterin nimmt auf, dass ich keine Sendung im Fach gefunden habe und verspricht, es an die Kollegen bei DHL Express weiter zu geben.

 

Update 23.10. - irgendwas um 15:00 Uhr

Mein Telefon klingelt, DHL Express ist dran. Eine freundliche Mitarbeiterin hat sich des Problems angenommen und kann auch die Kuriosität des leeren Faches erklären. Als der Expresskurier meine Sendung einlegen wollte, öffneten sich zwei Fächer, ich bekam die mTAN für das nicht befüllte Fach – ein schlichtes technisches Packstationsversagen.

Zwischenzeitlich hat der Expresskurier die Sendung neu eingelegt – und tatsächlich nach fünf Tagen hat mich die Sendung erreicht. Dass ich den Artikel jetzt eigentlich nicht mehr brauche, verrate ich niemandem, wer weiß, was mit der Retoure passieren würde ;) ?

Abschließend hat die DHL Express Mitarbeiterin noch einmal angerufen und sich vergewissert, ob jetzt alles ok ist. Ist es.

Was DHL von Amazon lernen kann – Update

Es gibt so Tage, da verbringt man mehr Zeit beim Warten auf einen Hotline-Mitarbeiter als sonst.

Heute war so ein Tag. Nicht, dass das immer erwähnenswert sei.

Aber erlebt man einem Tag eine hervorragend schlechte und und eine hervorragend gute Arbeit, kann der eine Dienst vielleicht vom anderen lernen.

Freitag Nachmittag habe ich etwas bei Amazon  als Morning-Express Lieferung bestellt. Ich hätte es Samstag Morgen gebraucht, und am Freitag vor Ort in keinem stationären Laden gefunden.

Das ist die Geschichte meines Samstags:

07:46 Uhr

Ich  erhalte die Benachrichtigung von Amazon, dass der Artikel in der Packstation liegt. Super.

sendungsverfolgung
Sa, 19.10.2013 07:46 – Sendung wurde zugestellt an Packstation 187 – nur rausholen kann ich sie nicht
08:15 Uhr

Warte auf die SMS mit der PIN von DHL – es kommt nichts. Nehme den Akku und die SIM-Karte raus, soll laut O² helfen. Lasse mir Testnachrichten schicken. Alle System online.

09:15 Uhr

Schaue nochmal in die Ankündigung von Amazon, logge  mich über “mein Paket” ein, schaue in die Packstationsübersicht. Finde dort auch die Info, dass die Sendung in der Packstation liegt.

10:17 Uhr

Durchforste die Hilfe der Packstation. Der Morgen ist schon fast vorbei, ich hätte gern die SMS mit der Zauber-Pin. Finde eine E-Mail-Adresse, schildere mein Problem nebst Angabe der Sendungsverfolgungsnummer.

10:42 Uhr

Habe die Post-ID-Nummer bei erster Mail vergessen – sende diese hinterher.

10:46 Uhr 

Wow – das war schnell – ich erhalte eine SMS mit der PIN für die Sendungsabholung.

11:00 Uhr

Öffne die Tür der Packstation – entnehme die Sendung. Es ist nur leider eine weitere von mir bestellte Sendung. Nicht die als Morning-Express bestellte.

11:03 Uhr

Wähle die Hotline-Nummer der Packstation. Wähle die Option “mTan nicht erhalten”. Warte in der Warteschleife.

Es ist kalt. 15 Minuten später.

“Hotline” sagt - “da könne sie leider nicht helfen, ich müsste erneut wählen, sie könne nicht durchstellen. Ich  müsste die 1 drücken, tue ihr leid”.

Mir auch – ich lege auf. Schwanke zwischen wieder nach Hause gehen oder erneut anrufen.

11:30 Uhr 

Ich brauche die Sendung wirklich dringend. Ich wähle erneut, drücke die 1. Warte – werde bei der Warteschleifenmusik langsam aggressiv. “Hotline” sagt, “sie haben doch um ein 11:00 eine Sendung entnommen”. Ich weiß das. Erkläre ihr den Sachverhalt. “Ohne Sendungsverfolgungsnummer kann ich Ihnen nicht helfen.” Ich erwidere, habe ich bereits alles in die E-Mail “info @ paket” geschrieben. Sie: “diese Adresse gibt es schon lange nicht mehr, sie müssen die … nehmen”. Mein Randbemerkung, dass es nett wäre, das auf der Website zu aktualisieren, wurde ignoriert.

Die 22stellige-Nummer habe ich mir zum einen nicht gemerkt, zum anderen wäre es an der Packstation neben der S-Bahn und Straße auch zu laut gewesen, um sie telefonisch durchzugeben. Vermutlich wäre die Dame eh  nicht mehr dran gewesen, bis ich die Nummer aus den Tiefen meines Telefons geholt hätte.

Habe aufgelegt – gibt so Situationen, da ist das besser.

11:47 Uhr 

Bin wieder zu Hause. Der Morgen ist definitiv vorbei – die Sendung derweil noch in der Packstation gefangen. Rufe noch einmal bei einer auf der  Website angegebenen Hotline hat. Ertrage erneut 15 Minuten Warteschleifenterror, in der Wohnung ist es immerhin wärmer.

12:10 Uhr

Die automatische Ansage fragt mich nach einer Sendungsverfolgungsnummer. Die 22 Buchstaben und Ziffern versteht sie auch nach dem 3. Anlauf nicht. Ich schaue mich in der Wohnung nach einer versteckten Kamera um. Die automatische Ansage gibt auf und verbindet mich mit einem Menschen.

12:20 Uhr

Ein neuer Mitarbeiter ist an der Reihe. Schildere ihm einfach nur mein Anliegen: Paket mit Nummer … liegt dort seit 7:46 – ich würde es gern befreien. Er versucht mich mit der Packstation zu verbinden. Gelingt ihm nicht – na ja , er  hat ja auch keine Zeit 20 Minuten zu warten, und offensichtlich gibt es zwische Hotline und Hotline keinen heißen Draht. Er gibt mir die Durchwahl der Packstation, die ich von 40 Minuten und zwei Gesprächen her schon kenne und empfiehlt es direkt zu versuchen. Immerhin wünscht er mir trotz der Warterei noch einen schönen Samstag.

12:30 Uhr

Ich zähle langsam runter bis 100 – wähle die Nummer, wähle gleich die 1 und ein Wunder: Ich habe den richtigen Kollegen am Apparat. Er erkennt das Problem, erklärt es mir, entschuldigt sich für das Versehen des Kuriers, der die Sendung einem falschen Empfänger zuordnete, verspricht eine Monierung aufzunehmen, wünscht mir, dass DHL die Lieferung heute noch richtig zuordnen kann, sichert mir die Ticketnummer zu, damit ich mich bei späterer Reklamation darauf beziehen kann. Meine Frage nach den Expresskosten beantwortet er dahingehend, dass ich den Vorgang bei Amazon monieren müsse, dann gäbe es darüber eine Rückerstattung.

Die Hotline von Amazon

16:00 Uhr 

Ich schaue mir mein Amazon-Konto an, finde dort eine Kontaktseite mit den Optionen E-Mail und Telefon (empfohlen). Wähle Telefon, trage meine Rufnummer ein. Das Telefon klingelt sofort. Nach Eingabe der Bestellnummer ist sofort ein Mitarbeiter am Telefon. Erkläre ihm den Fall. Er nimmt es auf, versendet die E-Mail mit der Telefonnotiz und sichert mir die Rückerstattung der Express-Gebühr an. Das ganze hat 3 1/1 Minuten gedauert. Großartig.

P.S. 19.10.2013 – 17:00 Die Packstation hüllt sich in Schweigen – keine neue Pin, keine Info per E-Mail, nicht schön.

DHL stellt sich tot

 Was DHL von Amazon lernen kann – Update weiterlesen